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Liberia

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Republic of Liberia
Republik Liberia
Flag of Liberia.svg
Coat of arms of Liberia.svg
Flagge Wappen
Wahlspruch: „The love of liberty brought us here“
Deutsch: „Die Freiheitsliebe führte uns hierher.“
Amtssprache de jure: keine
de facto: Englisch
Hauptstadt Monrovia
Staats- und Regierungsform präsidentielle Republik
Staatsoberhaupt, zugleich Regierungschef Präsident George Weah
Fläche 111.369 km²
Einwohnerzahl 5,214 Mio. (Schätzung 2021)[1]
Bevölkerungsdichte 50 Einwohner pro km²
Bevölkerungs­entwicklung + 2,4 % (Schätzung für das Jahr 2021)[2]
Bruttoinlandsprodukt
  • Total (nominal)
  • Total (KKP)
  • BIP/Einw. (nom.)
  • BIP/Einw. (KKP)
2019 (Schätzung)[3]
  • 3,2 Milliarden USD (163.)
  • 7,3 Milliarden USD (163.)
  • 694 USD (180.)
  • 1.601 USD (186.)
Index der menschlichen Entwicklung 0,481 (178.) (2021) [4]
Währung Liberianischer Dollar (LRD)
US-Dollar (USD)
Unabhängigkeit 26. Juli 1847 (von den USA)
National­hymne All Hail, Liberia Hail
Zeitzone UTC±0
Kfz-Kennzeichen LB
ISO 3166 LR, LBR, 430
Internet-TLD .lr
Telefonvorwahl +231
LocationLiberia.svg

Die Republik Liberia (deutsch [liˈbeːʁi̯a], englisch [laɪˈbɪ(ə)ɹɪə]; veraltet Liberien) ist ein Staat an der westafrikanischen Atlantikküste. Er grenzt an Sierra Leone, Guinea und die Elfenbeinküste.

Liberia gehörte neben Äthiopien zu den einzigen beiden Staaten in Afrika, die zur Zeit des Imperialismus im 19. Jahrhundert nicht kolonialisiert wurden. Von 1989 bis 2003 fand in Liberia ein heftiger Bürgerkrieg statt.

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Deutsche Sprache

Deutsche Sprache

Die deutsche Sprache bzw. Deutsch ist eine westgermanische Sprache, die weltweit etwa 90 bis 105 Millionen Menschen als Muttersprache und weiteren rund 80 Millionen als Zweit- oder Fremdsprache dient.

Liste der IPA-Zeichen

Liste der IPA-Zeichen

Diese Liste der Zeichen des Internationalen Phonetischen Alphabets (IPA) ordnet die Lautschriftzeichen nach Ähnlichkeit mit Graphem bzw. Lautwert von Zeichen des lateinischen Alphabets.

Englische Sprache

Englische Sprache

Die englische Sprache ist eine ursprünglich in England beheimatete germanische Sprache, die zum westgermanischen Zweig gehört. Sie entwickelte sich ab dem frühen Mittelalter durch Einwanderung nordseegermanischer Völker nach Britannien, darunter der Angeln – von denen sich das Wort Englisch herleitet – sowie der Sachsen. Die Frühformen der Sprache werden daher auch manchmal Angelsächsisch genannt.

Staat

Staat

Staat ist ein mehrdeutiger Begriff verschiedener Sozial- und Staatswissenschaften. Im weitesten Sinn bezeichnet er eine politische Ordnung, in der einer bestimmten Gruppe, Organisation oder Institution eine privilegierte Stellung zukommt – nach Ansicht einiger bei der Ausübung von (politischer) Macht; nach Ansicht anderer hinsichtlich sowohl der Entfaltung des Einzelnen als auch der Gesellschaft.

Westafrika

Westafrika

Unter Westafrika versteht man im Allgemeinen den westlichen Teil des afrikanischen Kontinents, nordwärts bis etwa zur Zentralsahara, im Süden und Westen durch den Atlantischen Ozean begrenzt. Geographisch gesehen gehören zum Westteil Afrikas auch die nördlich der Sahara gelegenen Länder des Maghreb.

Atlantischer Ozean

Atlantischer Ozean

Der Atlantische Ozean, auch Atlantik genannt, ist nach dem Pazifik der zweitgrößte Ozean der Erde. Als Grenzen gelten die Polarkreise und die Meridiane durch Kap Agulhas im Osten und Kap Hoorn im Westen. Die von ihm bedeckte Fläche beträgt 79.776.350 km², mit den Nebenmeeren 89.757.830 km² und mit dem Arktischen Ozean 106,2 Millionen km², insgesamt etwa ein Fünftel der Erdoberfläche. Dabei liegt die durchschnittliche Wassertiefe bei 3.293 Metern.

Sierra Leone

Sierra Leone

Sierra Leone, offiziell Republik Sierra Leone, ist ein Staat in Westafrika, der im Norden und Osten an Guinea, im Südosten an Liberia und im Westen an den Zentralatlantik grenzt. Die Hauptstadt und größte Stadt des Landes ist Freetown.

Guinea

Guinea

Guinea [giˈneːa] ist ein Staat in Westafrika, der an Guinea-Bissau, Senegal, Mali, die Elfenbeinküste, Liberia, Sierra Leone und den Atlantik grenzt. Ihre Unabhängigkeit erlangte die ehemalige französische Kolonie am 2. Oktober 1958. Die Hauptstadt von Guinea ist Conakry.

Elfenbeinküste

Elfenbeinküste

Die Elfenbeinküste ist ein Staat in Westafrika. Er grenzt an Liberia, Guinea, Mali, Burkina Faso und Ghana und im Süden an den Atlantischen Ozean.

Äthiopien

Äthiopien

Äthiopien [ʔɛˈtʰi̯oːpʰi̯ən] ist ein Binnenstaat im Nordosten Afrikas. Zur Zeit des Kaiserreichs Abessinien war das Land auch als Abessinien bekannt. Das Land am Horn von Afrika grenzt an Eritrea, den Sudan, den Südsudan, Kenia, Somalia und Dschibuti.

Imperialismus

Imperialismus

Als Imperialismus bezeichnet man das Bestreben eines Staatswesens bzw. seiner politischen Führung, in anderen Ländern oder bei anderen Völkern politischen und wirtschaftlichen Einfluss zu erlangen, bis hin zu deren Unterwerfung und zur Eingliederung in den eigenen Machtbereich. Typischerweise geht das damit einher, eine ungleiche wirtschaftliche, kulturelle oder territoriale Beziehung aufzubauen und aufrechtzuerhalten.

Geografie

Topografische Übersichtskarte
Topografische Übersichtskarte

Liberia liegt im Südwesten Westafrikas an der Atlantikküste. Es grenzt im Nordwesten an Sierra Leone, im Norden und Nordosten an Guinea und im Osten an die Elfenbeinküste.

Die Portugiesen waren 1461 die ersten europäischen Entdecker, die Kenntnis von diesem Gebiet erhielten, das zunächst mit dem Namen Pfefferküste („Costa de Malagueta“) in die Landkarten eingetragen wurde. Die Mesorado Bay, Cape Palmas und das Kap Mesurado wurden neben einigen Flussmündungen und auffälligen Bergen als Orientierungspunkte der etwa 579 km langen Küstenlinie beschrieben.

Das Staatsgebiet umfasst 111.370 km².[5] Die Staatsgrenze hat eine Gesamtlänge von 1 585 km, davon entfallen auf Guinea 563 km, Elfenbeinküste 716 km und Sierra Leone 306 km. Die Ausdehnung des Landes beträgt 520 km in Nordwest-Südost-Richtung und 270 km in Südwest-Nordost-Richtung.[6]

Naturräumliche Gliederung

Liberia liegt in einer geologischen Zone aus erdgeschichtlich sehr alten Gesteinen des Paläozoikums (vor allem Granit und Gneis), deren Oberfläche von starker Verwitterung und Sedimentation geprägt ist.[7]

Das Staatsgebiet Liberias besteht größtenteils aus Bergland von 300 bis 500 m Höhe über dem Meeresspiegel. An die 10 bis 50 km breite, sumpfige Küstenebene schließt sich eine bis zu 400 m hohe Plateaulandschaft an. Das von Regenwald überzogene Gebiet wurde durch Erosion in zahllose Kuppen und Täler aufgelöst. Im Norden befinden sich Gebirge. Das Land gehört zur tropischen Regenwaldzone, die etwa 60 Prozent des heutigen Staatsgebietes einnimmt. Die land- und forstwirtschaftliche Nutzung bewirkte zahlreiche kleinteilige Rodungsflächen, bedeutend für die Volkswirtschaft sind neun Gummibaumplantagen.[8][9][10]

Gebirge

Die höchste Erhebung ist der Mount Wuteve (1440 m) im Norden des Landes, er gehört zum Gebirgszug der Wologizi Mountains im Nordwesten. Die Nimba Mountains im Norden befinden sich im gleichnamigen County und verfügen über Eisenerzvorkommen, deren Abbau aber durch den Bürgerkrieg zum Erliegen kam. Im mittleren Nordwesten liegen die Mano-Hills, im Zentrum erstreckt sich das Bong Range bis an die Vorstädte der Hauptstadt Monrovia, das Putu Range im Osten reicht bis auf 80 km an die Küstenstadt Greenville heran.[9][11]

Klima

Klimadiagramm von Monrovia
Klimadiagramm von Monrovia

Zonen

Das in Äquatornähe befindliche Liberia hat folgende Besonderheiten der klimatischen Verhältnisse:[12]

  • im Küstenbereich herrscht Tropenklima mit gleichbleibend heiß-feuchter Witterung,
  • in der nördlichen Küstenebene wird die Regenzeit im August durch eine Trockenperiode unterbrochen,
  • in den nördlichen Landesteilen herrscht von Juni bis Oktober die Regenzeit, die vom Niederschlagsregime des westafrikanischen Monsuns bestimmt wird,
  • im äußersten Süden gibt es zwei Regenzeitmaxima.

Temperaturen

An der Küste werden 24 °C bis 35 °C , im Landesinneren 22 °C bis 40 °C gemessen. Die Durchschnittstemperaturen liegen bei 26 °C im Januar und 24 °C im Juli.

Niederschläge

Die Regenzeit ist durch ergiebige Niederschläge in allen Landesteilen gekennzeichnet, in dieser Zeit bricht der Straßenverkehr im Hinterland oft für Wochen zusammen. In der Hauptstadt Monrovia betragen die jährlichen Niederschläge 5130 mm, in Robertsport (Nordwestküste) 5210 mm und im trockeneren Südosten bei Harper lediglich 2500 mm.[9][11]

Im Jahresdurchschnitt nehmen die Niederschläge zum Landesinneren hin stark ab, in den Mittelgebirgen im Norden dagegen steigen sie wieder an.[13] Insbesondere im Landesinneren kommt es in der Trockenzeit von Oktober bis März zum staubig-heißen Harmattan-Wind, einem nordöstlichen Passatwind aus der südlichen Sahara, der die Temperaturen nach oben treibt. Die Niederschläge gehen nur wenige Wochen so stark zurück, dass von einer Trockenzeit, in der der Niederschlag geringer als die Verdunstung ist, gesprochen werden kann.

Gewässer

Der Guineastrom (Guinea Current)
Der Guineastrom (Guinea Current)

Küste

Auf die Küste Liberias strömt unablässig der Guineastrom, eine warme Meeresströmung des Atlantischen Ozeans ein. Sie ist verantwortlich für die Sedimentablagerungen entlang der Küstenlinie in Form von Nehrungen und ein Klimafaktor.

Flüsse

Übersicht der Flusssysteme
Übersicht der Flusssysteme

Das Gewässernetz besteht aus zahllosen Bächen und einigen größeren Flüssen, die zumeist in südwestlicher Richtung zur Küste fließen. Es gibt sieben größere Flüsse, die ihr Quellgebiet in, beziehungsweise an der Grenze zu, Guinea haben. Der Mano, Moa, Lofa und der Saint Paul River entspringen auf oder am Rand der Hochebene von Beyla, die Flüsse Saint John River, Cestos River und Cavally in den Nimbabergen. Der größte Fluss dabei ist der Cavally, der allerdings nur einen Teil seines Einzugsgebietes in Liberia hat.[14][15]

Seen

Der größte See ist der Piso-See (etwa 100 km²) bei Robertsport. Entlang der Küste befinden sich zahlreiche kleine Lagunen und Mangrovensümpfe. Der Mount-Coffee-Staudamm am Unterlauf des St. Paul River und das Firestone-Wasserkraftwerk am Farmington River sind die bisher einzigen Staudämme des Landes.[8]

Böden

Highway im Busch in der Trockenzeit
Highway im Busch in der Trockenzeit

Die immerfeuchten, warmen Bedingungen führen zu einer intensiven Verwitterung des Ausgangsmaterials mit Auswaschung der wasserlöslichen Nährstoffe, so dass die unter dem Aspekt des Nutzpflanzenanbaus nährstoffarmen Bodentypen vorherrschen:[16]

In weiten Teilen des Landes sind Ferralsole dominant. Bei diesem Bodentyp liegt der Verwitterungshorizont extrem tief. Die gelösten Mineralien werden wegen der geringen Austauschkapazität des Bodens schnell ausgewaschen, so dass er nahezu keine Nährstoffe mehr enthält und diese nach einer Düngung auch nicht speichern kann. Die Nährstoffe sind in Vegetation und Streu enthalten. Nach einer Rodung wird der Boden innerhalb weniger Ernteperioden ausgelaugt. Ferralsole werden traditionell nur über Wanderfeldbau genutzt. Nutzungen durch Dauerkulturen wie Plantagen sind aber doch agrartechnisch möglich.

Vom Küstenstreifen bis auf etwa 150 m über NN dominieren orange-gelbe (xanthic) Ferralsole. Im gebirgigen Landesinneren liegen humose (humic) und verhärtete (plinthic) Ferralsole vor und an der Grenze zu Guinea typische (haplic) Ferralsole.

Im Endstadium der Verwitterung werden die Silikate ausgewaschen (Desilifizierung), so dass nur die Eisen- und Aluminiumoxide zurückbleiben (Ferrallitisierung). Diese können sich mit Tonpartikeln verkitten und verhärten dann nach einmaligem Trockenfallen irreversibel (Plinthitbildung). Danach ist das Bodenmaterial allenfalls noch als Baumaterial einsetzbar. Die Neigung zur Verhärtung ist fast landesweit zu beobachten. Besonders stark betroffene Böden (Plinthosole) sind vereinzelt mit Ferralsolen vergesellschaftet.

An der Grenze zur Elfenbeinküste und landesweit vergesellschaftet kommt auch den Acrisolen Bedeutung zu. Dies sind nährstoffarme, saure Böden mit einer Tonverlagerung. Sie neigen zur Verschlämmung und Verkrustung, weshalb gerodete Flächen schwer zu bearbeiten und sehr erosionsanfällig sind. Auf ihnen müssen säuretolerante Kulturen wie Ölpalmen angebaut werden, die den Boden möglichst immer bedecken.

Neben diesen großflächig dominanten Böden kommen noch weitere mit nennenswerter Verbreitung vor:

  • Cambisole liegen als relativ fruchtbare, junge Böden, in den Flusstälern.
  • Fluvisole bilden sich aus Flusssedimenten und befinden sich direkt an großen Flüssen.
  • Gleysole liegen in den Feuchtgebieten und sind stark grundwasserbeeinflusst
  • Leptosole sind sehr flachgründige Böden in den Gebirgslagen.[17]
  • Nitisole sind junge, fruchtbare Böden, die kleinräumig im Bergland vorkommen
  • Regosole sind die jungen, kaum ausgeprägten Böden auf den Dünen des Küstenstreifens.

Flora und Fauna

Liberia ist ein sehr artenreiches Gebiet in Afrika. Seit dem 19. Jahrhundert haben Forschungsexpeditionen in den dichten Regenwäldern Liberias immer wieder seltene und einzigartige Tierarten entdecken können. Nach Auskunft von Naturschutzbehörden sind im Land bereits 2200 Pflanzenarten, 193 Säugetierarten und 576 Vogelarten bekannt.[8][18]

Typisch für die Vegetation Liberias ist der immergrüne Regenwald. Im äußersten Norden des Landes gibt es auch einige Zonen, die als Feuchtsavanne gelten, die Küsten sind teilweise von Mangrovensümpfen bedeckt. Insbesondere Teak- und Mahagoni-Hölzer stellen besonders wertvolle Baumarten dar. Nur an Stellen, an denen weniger als 2000 mm Niederschlag pro Jahr fällt, sind die Wälder teilweise laubabwerfend.[19][Anmerkung 1]

Leoparden, Waldelefanten und Flusspferde sind die bekanntesten Großsäugetiere Liberias, die bis in die jüngste Vergangenheit auch als Jagdwild angesehen wurden. Im Sapo-Nationalpark im Osten des Landes lebt eine der weltweit letzten Populationen des Zwergflusspferdes.[20] Zu den seltenen Arten, die im Land vorkommen, gehören darüber hinaus:

  • Die Liberia-Manguste oder Liberia-Kusimanse (Liberiictis kuhni) ist eine in Westafrika lebende Raubtierart aus der Familie der Mangusten. Sie wurde erst 1958 wissenschaftlich beschrieben und gilt als bedroht.[21]
  • Die Dianameerkatze (Cercopithecus diana) ist eine Primatenart aus der Gattung der Meerkatzen (Cercopithecus).[22]
  • Westafrikanische Stummelaffen sind Baumbewohner, jedoch bei ihrem Lebensraum flexibler als ihre östlichen Verwandten. Neben Regenwäldern finden sie sich etwa auch in Mangrovengebieten und baumbestandenen Savannen.[23]
  • Jentink-Ducker (Cephalophus jentinki), eine Antilopenart, sind vom Aussterben bedroht. Die Art kommt nur noch in einzelnen Gebieten Sierra Leones, Liberias und der westlichen Elfenbeinküste vor. Ihr Überleben hängt stark davon ab, ob verbleibende Regenwaldgebiete, wie die des Sapo-Nationalparks geschützt werden können.[24]
  • Die Gattung der Schimpansen unterteilt sich in zwei Arten, der Gemeine Schimpanse in weitere Unterarten. Die in Liberias Regenwäldern vorkommende westliche Unterart weicht im Schädelbau und auch in DNA-Sequenzen so stark von den anderen Unterarten ab, dass sie möglicherweise eine eigene Art darstellt.[25]

In den Regenwäldern des Landes findet sich eine Vielfalt von Tieren. Besonders zahlreich sind die Reptilienarten, darunter zum Beispiel Krokodile, ebenso eine Vielzahl mehr oder weniger giftiger Schlangenarten sowie Skorpione und Eidechsen. Artenreich sind auch die Insekten vertreten, bunte Schmetterlinge teilen sich den Luftraum mit Fledermäusen und Vögeln (auch Papageienarten). An Säugetieren werden beispielsweise Schimpansen, Antilopen und Zwerg-Flusspferde erwähnt. Aber auch Waldbüffel und Elefanten sowie die inzwischen selten gewordenen Leoparden sind hier beheimatet.

Die Küstengewässer sowie die zahlreichen Flüsse beherbergen eine Vielzahl von Fischarten und Schalentieren. Auch Schildkröten und Seevögel nutzen diesen Lebensraum. Eine Besonderheit stellen die von wechselnden Wasserständen und Brackwasserzonen geprägten Mangrovensümpfe dar.

Naturschutzgebiete

Die internationale Naturschutzorganisation Fauna & Flora International war die erste Organisation, die es bereits 1997 wagte, nach Liberia zu gehen, um den Natur- und Umweltschutz im Lande zu organisieren. Der Sapo-Nationalpark und das Naturschutzgebiet der Nimbaberge waren die ersten Erfolge des Projektteams. Der Gedanke des Naturschutzes wurde auch in der Überarbeitung der Gesetze und Bestimmungen zum Holzeinschlag im Regenwald eingearbeitet.[26] Parks, Naturschutzgebiete und Jagdgebiete (Safaris) zählten schon früh zu den touristischen Trümpfen Liberias. Folgende Schutzgebiete bestehen gegenwärtig:

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Atlantischer Ozean

Atlantischer Ozean

Der Atlantische Ozean, auch Atlantik genannt, ist nach dem Pazifik der zweitgrößte Ozean der Erde. Als Grenzen gelten die Polarkreise und die Meridiane durch Kap Agulhas im Osten und Kap Hoorn im Westen. Die von ihm bedeckte Fläche beträgt 79.776.350 km², mit den Nebenmeeren 89.757.830 km² und mit dem Arktischen Ozean 106,2 Millionen km², insgesamt etwa ein Fünftel der Erdoberfläche. Dabei liegt die durchschnittliche Wassertiefe bei 3.293 Metern.

Guinea

Guinea

Guinea [giˈneːa] ist ein Staat in Westafrika, der an Guinea-Bissau, Senegal, Mali, die Elfenbeinküste, Liberia, Sierra Leone und den Atlantik grenzt. Ihre Unabhängigkeit erlangte die ehemalige französische Kolonie am 2. Oktober 1958. Die Hauptstadt von Guinea ist Conakry.

Elfenbeinküste

Elfenbeinküste

Die Elfenbeinküste ist ein Staat in Westafrika. Er grenzt an Liberia, Guinea, Mali, Burkina Faso und Ghana und im Süden an den Atlantischen Ozean.

Cape Palmas

Cape Palmas

Das Cape Palmas in Liberia liegt im äußersten Südwesten Westafrikas. Es besteht aus einer kleinen, felsigen Halbinsel und ist über einen schmalen Landstreifen (Isthmus) mit dem Festland verbunden.

Kap Mesurado

Kap Mesurado

Kap Mesurado ist ein Kap an der westafrikanischen Atlantikküste in der Provinz Montserrado in Liberia. Der markante Ort ragt etwa 7 Kilometer aus der Küstenlinie hervor und besitzt einen auffälligen Berg, auf dem im 19. Jahrhundert ein Leuchtturm für den Hafen von Monrovia errichtet wurde.

Granit

Granit

Granite sind massige und relativ grobkristalline magmatische Tiefengesteine (Plutonite), die reich an Quarz und Feldspaten sind, aber auch dunkle (mafische) Minerale, vor allem Glimmer, enthalten. Der Merkspruch „Feldspat, Quarz und Glimmer, die drei vergess’ ich nimmer“ gibt die Zusammensetzung von Granit vereinfacht wieder. Granit entspricht in seiner chemischen und mineralogischen Zusammensetzung dem vulkanischen Rhyolith. Granit tritt gewöhnlich massig auf und kann durch horizontal und vertikal verlaufende Klüfte in quaderförmige Blöcke zerlegt sein. Seltener ist Granit im Dachbereich der Intrusion plattig ausgebildet.

Gneis

Gneis

Die Gneise sind metamorphe Gesteine mit Paralleltextur, die mehr als 20 % Feldspat enthalten.

Erosion (Geologie)

Erosion (Geologie)

Die Erosion ist ein grundlegender Prozess im exogenen Teil des Gesteinskreislaufes. Er beinhaltet die Abtragung von mehr oder weniger stark verwitterten Gesteinen (Regolith) oder Lockersedimenten einschließlich der Böden. So erschafft die Erosion einerseits Geländeformen wie Berg und Tal, zerstört selbige jedoch schließlich bei anhaltendem Wirken vollständig, insofern ihr keine endogenen Prozesse, die eine Anhebung der Landoberfläche hervorrufen, entgegenwirken. Erosion ist das Gegenstück zur Sedimentation. Der Prozess, der zwischen Erosion und Sedimentation vermittelt, heißt Transport.

Gummibaum

Gummibaum

Der Gummibaum oder Indische Kautschukbaum ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Feigen (Ficus), zu der auch die essbaren Feigen gehören, in der Familie der Maulbeergewächse (Moraceae). Er wird in die Gruppe der Banyan-Feigen eingeordnet, zu denen auch die im Buddhismus bedeutsame Pappelfeige (Banyan-Baum) gehört.

Höhe über dem Meeresspiegel

Höhe über dem Meeresspiegel

Höhe über dem Meeresspiegel bezeichnet den lotrechten Abstand eines bestimmten Punktes in Bezug auf ein festgelegtes Meeresniveau. Als Nullniveau dieser geodätischen Höhenangaben wird dabei ein mittlerer Meeresspiegel angegeben, der aus lokalen Messungen von Küstenpegelstationen ermittelt sein kann oder per Definition festgelegt wird. Nach Angabe eines Nullpunktes sind Höhenangaben im Prinzip vom tatsächlichen Meeresspiegel unabhängig. Je nach Land werden meist unterschiedliche Höhendefinitionen verwendet. In Deutschland ist derzeit eine Version des Normalhöhennull aktuell.

Bong Range

Bong Range

Das Bong Range ist eine Bergregion im Bong County, im zentralen Liberia.

Greenville (Liberia)

Greenville (Liberia)

Greenville – von den Einheimischen meist Sinoe genannt – ist die Hauptstadt des Sinoe County in Liberia, Westafrika. Die Stadt befindet sich an der Mündung des Sinoe River in den Atlantik und liegt am Rande schützenswerter Mangrovensümpfe.

Geschichte

Ur- und Frühgeschichte

Lage und Ausdehnung westafrikanischer Reiche
Lage und Ausdehnung westafrikanischer Reiche

Erst in den 1970er Jahren wurde eine systematische landesweite Untersuchung der Ur- und Frühgeschichte Liberias begonnen. Diese kaum zehn Jahre andauernde Forschungskampagne lieferte wichtige Aussagen und Belege für die Besiedlungsgeschichte des Landes.[Anmerkung 2]

Die früheste Besiedlung des heutigen Staatsgebietes von Liberia setzte in der späten Jungsteinzeit von Norden kommend ein. Die zuwandernden Gruppen nutzten die savannenartige Landschaft in der Nimba-Region zunächst als Jagdrevier. Ein Vordringen bis zur Küste des Atlantiks erfolgte entlang der Flussläufe, diese boten den Menschen Nahrung und Orientierung. Es fanden sich bevorzugt auf Schotterflächen am Ufer der größeren Flüsse charakteristische Steinabschläge und Werkzeugreste dieser ersten Siedler, die das Leben von Wildbeutern führten.

Als Periplus bekannte Reisebeschreibungen antiker Autoren berichten von den Expeditionen des Sataspes und Hannos. Sie gelten inzwischen als glaubhafte Belege der ersten planmäßigen Erkundungsfahrten entlang der afrikanischen Küsten bis in den Golf von Guinea und ergänzten die zuvor bereits von ägyptischen Pharaonen in Auftrag gegebenen Forschungsreisen in das Innere des Kontinentes.[28]

Die in Westafrika entstandenen Reiche am Niger waren seit dem 13. Jahrhundert in heftige Kämpfe untereinander verwickelt, die häufige Flüchtlingsströme auslösten, hierbei dienten auch die nach Süden angrenzenden tropischen Regenwaldgebiete als Rückzugsraum. Mit Zunahme dieser Kämpfe blieben offenbar Gruppen dieser Flüchtlinge im Regenwald zurück und sonderten sich so von ihren bisherigen Volksgruppen und deren Feinden ab. Sie bewahrten dabei Reste ihrer Sprache, Riten und Bräuche.[29]

Der Weg zur Staatsgründung

Versorgungsschiff USS Hamilton
Versorgungsschiff USS Hamilton

Liberia war zunächst ein Projekt zur Ansiedlung ehemaliger Sklaven aus den Vereinigten Staaten und einer der ersten unabhängigen Staaten auf dem afrikanischen Kontinent. Konflikte zwischen den Nachkommen ehemaliger Sklaven und länger ansässigen Ethnien prägen das Land bis heute.

Im letzten Drittel des 15. Jahrhunderts erreichten Portugiesen die Küste des heutigen Liberia, erkundeten das Land jedoch nicht weiter. Der Landstrich wurde als Guinea-Küste, später auch als Pfefferküste bezeichnet. 1822 kaufte die American Colonization Society, eine Gesellschaft von weißen US-Amerikanern, den Küstenstreifen, um dort freigelassene ehemalige Sklaven anzusiedeln und gleichzeitig selbst Kolonialherren zu werden. Zu Beginn des Amerikanischen Bürgerkrieges lebten dort rund 12.000 Afroamerikaner. 1847 erklärte Liberia unter Präsident Joseph Jenkins Roberts seine Unabhängigkeit, die zeitnah von vielen europäischen Staaten, von den USA aber erst 1862 anerkannt wurde.

Siedlerhaus in Robertsport, Liberia, 1983
Siedlerhaus in Robertsport, Liberia, 1983

Nach der Berliner Kongokonferenz im Winter 1884/1885 mussten Teile des Landes an Frankreich abgetreten werden. Der Einfluss der USA verhinderte eine vollständige Annexion.

Ursprünglich stand das Stimmrecht nur männlichen Liberianern amerikanischer Abstammung und freigelassenen afrikanischen Sklaven zu, die sich in Liberia niedergelassen hatten. Die Wähler mussten über ein regelmäßiges Einkommen verfügen. 1907 wurden männliche indigene Liberianer, die Steuern zahlten, ebenfalls mit dem Stimmrecht ausgestattet.[30] Im Referendum vom 7. Mai 1946 wurde auch das aktive und passive Wahlrecht für Frauen eingeführt,[31][32][33][34] wenn sie über Grundbesitz oder anderes Vermögen verfügten oder eine Hütte besaßen und Steuern dafür bezahlten; nach abweichenden Quellen wurde dies erst 1947 beschlossen.[35][36] Mit dieser Festlegung war zwar formal das allgemeine Wahlrecht für beide Geschlechter erreicht, aber in der Praxis zielte das Gesetz auf die Diskriminierung von Frauen ab. Die einschränkende Bedingung wurde in den 1970er Jahren abgeschafft, und die Verfassung von 1986 garantierte das uneingeschränkte allgemeine Wahlrecht.[35] Frauen übten ihr Wahlrecht erstmals 1951 aus.[37] Die erste Wahl einer Frau (Ellen Mills Scarborough) ins nationale Parlament fand 1960 statt.[38]

Die Hafenstadt Monrovia entwickelte sich seit dem 19. Jahrhundert zu einem wichtigen Knotenpunkt im Seeverkehr. 1926 wurde den US-Firmen Firestone und Goodrich Corporation ein Teil des Staatsgebietes für Gummiplantagen für 99 Jahre überlassen. Firestone begründete daraufhin in Liberia die größte Kautschukplantage der Welt. 1950 stellte Kautschuk einen Anteil von fast 90 Prozent am Gesamtexportvolumen Liberias, es bestand somit eine totale wirtschaftliche Abhängigkeit des Landes von den USA.

Militärputsch und Bürgerkrieg

Die Anhebung des Preises für Reis löste 1979 landesweite Demonstrationen und Unruhen aus. Am 12. April 1980 übernahm Samuel K. Doe nach einem Militärputsch die Macht. Damit begann eine 20-jährige Phase der politischen Instabilität. Doe wurde 1990 abgesetzt, gefoltert und getötet. Es folgte ein 14 Jahre währender, extrem grausamer Bürgerkrieg. Nachdem der Waffenstillstand der Bürgerkriegsparteien 2003 besiegelt war, verließ der seit 1997 regierende Präsident Charles Taylor das Land.

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Geschichte Liberias

Geschichte Liberias

Die Geschichte Liberias ist die Geschichte des modernen Staates Liberia, der vorangegangenen US-amerikanischen Kolonisation dieses Gebietes sowie der vorkolonialen Geschichte der Völker auf dem Gebiet des heutigen Staates.

Jungsteinzeit

Jungsteinzeit

Die Jungsteinzeit oder Neusteinzeit, fachsprachlich Neolithikum, ist eine Epoche der Menschheitsgeschichte, die als (erstmaliger) Übergang von Jäger- und Sammlerkulturen zu Hirten- und Bauernkulturen definiert wird. Das entscheidende Kriterium für den Beginn des Neolithikums ist der Nachweis domestizierter Nutzpflanzen.

Periplus

Periplus

Periplus ist ein Begriff aus der antiken Nautik und Seekriegstaktik.

Sataspes

Sataspes

Sataspes, Sohn des Teaspes, war ein persischer Adliger und Seereisender im 5. vorchristlichen Jahrhundert. Seine Mutter war eine Schwester des Großkönigs Dareios I., wodurch er ein Cousin ersten Grades des Großkönigs Xerxes I. war.

Hanno der Seefahrer

Hanno der Seefahrer

Hanno, auch genannt Hanno der Seefahrer, war ein karthagischer Admiral, der um das Jahr 470 v. Chr. entlang der afrikanischen Westküste vermutlich bis in den Golf von Guinea segelte, um neue Handelswege zu erschließen. Sein Reisebericht (Periplus) ist in einer griechischen Übersetzung überliefert.

Golf von Guinea

Golf von Guinea

Der Golf von Guinea bezeichnet den Teil des Atlantischen Ozeans, der im Norden und Osten von Westafrika begrenzt wird.

Niger (Fluss)

Niger (Fluss)

Der Niger ist nach dem Nil und dem Kongo mit 4184 Kilometern der drittlängste Strom Afrikas. Er fließt in einem Halbkreis mit einem Durchmesser von fast 2000 km durch fünf Staaten: Vom Ursprung in den Bergen Guineas strömt er durch Mali, den Süden des Staates Niger, entlang der Grenze von Benin und schließlich durch das bevölkerungsreiche Nigeria, wo er im über 200 km breiten Nigerdelta in den Golf von Guinea mündet.

Portugal

Portugal

Portugal ist ein europäischer Staat im Westen der Iberischen Halbinsel. Als westlichster Punkt Kontinentaleuropas wird das Land im Osten und Norden von Spanien und im Westen und Süden vom Atlantischen Ozean begrenzt. Zum portugiesischen Staatsgebiet gehören die Inseln der Azoren und Madeira.

Pfefferküste

Pfefferküste

Pfefferküste ist die historische Bezeichnung eines Küstengebietes in Westafrika und umfasst die Küste der heutigen Staaten Liberia und Sierra Leone, zudem einigen Quellen nach Teile des Senegal. Sie war für die Sklaverei in Westafrika bekannt.

American Colonization Society

American Colonization Society

Die American Colonization Society war eine der amerikanischen Kolonialisations-Gesellschaften, die sich im 19. Jahrhundert die Repatriierung eines Teils der in den Vereinigten Staaten lebenden freien Schwarzafrikaner in Afrika zum Ziel gesetzt hatte.

Joseph Jenkins Roberts

Joseph Jenkins Roberts

Joseph Jenkins Roberts war vom 3. Januar 1848 bis zum 7. Januar 1856 der erste sowie vom 1. Januar 1872 bis zum 7. Januar 1876 der siebte Staatspräsident von Liberia.

Kongokonferenz

Kongokonferenz

Die Kongokonferenz fand vom 15. November 1884 bis zum 26. Februar 1885 auf Einladung des deutschen Reichskanzlers Otto von Bismarck in Berlin statt und sollte die Handelsfreiheit am Kongo und am Niger regeln. Sie wird auch als Berliner Konferenz bezeichnet. Ihr Schlussdokument, die Kongoakte, bildete die Grundlage für die Aufteilung Afrikas in Kolonien im folgenden Wettlauf um Afrika.

Bevölkerung

Demografie

Bevölkerungsentwicklung seit 1960
Bevölkerungsentwicklung seit 1960
Das Medianalter in Liberia betrug 2020 19,4 Jahre.
Das Medianalter in Liberia betrug 2020 19,4 Jahre.
Statistische Daten (2019)[39]
Lebenserwartung
Jahre
64,1
Geburtenrate
je 1000 Einwohner
32,7
Fruchtbarkeitsrate
pro Frau
4,25
Kindersterblichkeit
auf 1000 Lebendgeborene
71
Säuglingssterblichkeit
auf 1000 Lebendgeborene
52
Bevölkerungswachstum 2,4 %
Bevölkerung
unter 15 Jahren
40,8 %
Bevölkerung
über 65 Jahren
3,3 %

Nach den amtlichen Endergebnissen der Volkszählung von 2008 leben 3.476.608 Menschen in Liberia. Im Jahr 2019 geht man von fast fünf Millionen Einwohnern aus, wovon über die Hälfte in der Hauptstadt leben.

Bei einer hohen, jedoch seit den 1980er Jahren stetig sinkenden Geburtenrate zeigt die Pyramide eine sich nach unten exponentiell verbreiternde Basis. Dies geht einher mit einer geringen Lebenserwartung und einer früh einsetzenden, hohen Sterberate über alle Lebensalter hinweg. Waren es 2007 noch 3,8 Millionen Einwohner, wird für das Jahr 2050 eine Zahl von 9,3 Millionen Einwohnern prognostiziert.[40][41]

Migration und Urbanisierung

2017 waren 2,1 % der Bevölkerung im Ausland geboren; dazu kommt starke interne Migration.[42][43]

Der Prozess der Migration und Urbanisierung hält in der Metropolregion Monrovia an; das Siedlungsgebiet reicht bis zu 30 Kilometer in das Hinterland und führt zu einem Anstieg sozialer Spannungen. Ein Großteil der ländlichen Bevölkerung lebt in der nördlichen Grenzregion zu Guinea. Bei der letzten Volkszählung wurden etwa 10.000 bewohnte Siedlungen in Liberia ermittelt.[44][Anmerkung 3]

Im Jahr 2021 lebten 53 Prozent der Einwohner Liberias in Städten.[45] Die sechs größten Städte waren 2008:

Bevölkerungsgruppen

Völker Liberias (um 1970)
Völker Liberias (um 1970)

Artikel 27 der liberianischen Verfassung legt fest, dass nur Personen afrikanischer Abstammung („persons who are Negroes or of Negro descent“) die Staatsbürgerschaft erlangen können.[46] Es existiert eine von Afroamerikanern abstammende Bevölkerungsschicht, die Kreolen oder „Amerikoliberianer“ genannt werden; sie machen 2–5 % der Bevölkerung Liberias aus und sind größtenteils Christen. Als Minderheit leben noch etwa 8.000 Libanesen in Liberia.[47]

Die 16 indigenen ethnischen Gruppen Liberias unterteilen sich in zwei unterschiedliche Kultur- und Sprachgruppen. Die einen gehören zu den Mandevölkern: Die Kpelle, die in der Landesmitte traditionell als Hackbauern leben, stellen 20,3 % der Bevölkerung. Im Norden leben Gio oder Dan mit 8 % und die Mano mit 7,9 %. Weitere bedeutende Mandevölker sind die Loma mit 5,1 % und die Vai mit 3 % Bevölkerungsanteil.[48]

Die zweite Gruppe bilden die Völker, die Kwa-Sprachen sprechen: Davon sind die größte Volksgruppe die Bassa um Buchanan, die 13,4 % der Landesbevölkerung ausmachen und vielfach im Bergbau sowie als Hausbedienstete tätig sind. An der Küste östlich von Greenville spielen die Kru mit einem Einwohneranteil von 6 % eine wichtige Rolle in seemännischen und technischen Berufen; mehr als 400 Jahre lang waren sie als Matrosen auf der Westafrikaroute geschätzt.[49] Weitere Kwa-Völker sind die Grebo mit 10 % und die Krahn mit 5 %.[50] Weiterhin gibt es noch die Volksgruppen der Gola mit 4,4 %, der Kissi, Malinke (Mandingo) und Bela.[51]

In der Praxis des Zusammenlebens der verschiedenen Teile der liberianischen Gesellschaft entwickelte sich seit den 1860er Jahren in Liberia ein Patronage-System, indem die Familien der ameriko-liberianischen Oberschicht in ihren Haushalten und im familiären Umfeld Kinder und Jugendliche aus Familien der indigenen Bevölkerung aufnahmen, um sie durch Schul- und Berufsausbildung an sich zu binden. Im Ergebnis dieser zunehmenden Verflechtung mit der Oberschicht entstand eine tief verwurzelte Abhängigkeit und Ergebenheit der autochthonen Bevölkerung gegenüber den Ameriko-Liberianern.[52][Anmerkung 4]

Infolge der Bürgerkriege in den Nachbarländern Sierra Leone und Elfenbeinküste befanden sich 2008 noch etwa 12.600 Flüchtlinge aus Sierra Leone in Liberia; gleichzeitig lebt eine etwa gleich große Anzahl von liberianischen Bürgerkriegsflüchtlingen in westafrikanischen Staaten oder hat um politisches Asyl in europäischen Staaten ersucht.[53]

Sprachen und Schriften

Keine der westafrikanischen Sprachen hat bisher im nationalen Rahmen Liberias eine dominierende Position einnehmen können. Der Staat Liberia benutzt als Amtssprache de facto das Englische, bei dem es sich um das modifizierte liberianische Englisch handelt, das mit zahlreichen Lehnwörtern aus einheimischen Sprachen durchsetzt ist. Mittlerweile bezeichnen 2,5 Prozent der Bevölkerung – Nachfahren der aus den USA zurückgesiedelten befreiten Sklaven, Englisch als Muttersprache.

Im täglichen Leben überwiegt der Gebrauch der Sprachen einzelner Volksgruppen. Mande wird im Westen und Norden des Landes gesprochen und Kru im Osten und Süden. Weitere Sprachen in Liberia sind Gola und Kpelle.

Einige dieser Völker sind durch hohe Leistungen bei der Entwicklung eigener Schriften bekannt geworden. Die Vai-Schrift stellt eine Besonderheit unter den Schriften dar: Sie wurde entwickelt, um die westafrikanischen Familien- und Ortsnamen und weitere Personendaten in den Kirchenbüchern zu notieren. Die Schrift wurde von gebildeten Mitgliedern der Volksgruppe der Vai beherrscht, die derartige Daten an die Behörden melden mussten. Diese Silbenschrift besteht aus 226 Zeichen (Vokale oder Silben) und wurde 1849 vom Missionar S. W. Koelle erstmals beschrieben. Einheimische Quellen berichteten, dass die Vai-Schrift zwischen 1829 und 1839 erfunden wurde.[8] Alle bekannt gewordenen Dokumente der Vai-Schrift werden im Museum Monrovias gesammelt.

Daneben haben auch die Bassa, die Kpelle, die Mende und Loma jeweils eigene Schriftsysteme und Alphabete für ihre Muttersprachen (die Bassa Vah-Schrift, die Kpelle-Schrift und die Mende-Schrift). Inzwischen hat allerdings die lateinische Schrift die einheimischen Schriftsysteme weitgehend verdrängt.[50]

Religionen

Laut Zensus von 2008 sind etwa 85,6 Prozent der Bevölkerung (vorwiegend in der Küstenregion) Christen, 12,2 Prozent sind Muslime und nur noch 0,6 Prozent bekennen sich zu den traditionellen Religionen. 1,4 % haben keine Religion.[48] Die in der Folge angegebenen Zahlen der Gläubigen widersprechen diesem Ergebnis.

Der National Muslim Council of Liberia in Monrovia wurde von Shaykh Kafumba Konneh angeführt und vertritt die etwa 670.000 gläubigen Muslime.[54]

Die Römisch-katholische Kirche hat in Liberia 166.000 Gläubige. Es bestehen drei Bistümer: das Erzbistum Monrovia mit 132.600 Gläubigen, das Bistum Cape Palmas mit 19.100 Gläubigen und das Bistum Gbarnga mit 14.300 Gläubigen. Die Einteilung erfolgte in den 1950er Jahren.[55]

Die Bischöfliche Methodistenkirche begann in Liberia 1833 eine Arbeit. Sie war eine Vorgängerin der Evangelisch-methodistischen Kirche (englisch: The United Methodist Church). Bischof der Evangelisch-methodistischen Kirche für Liberia ist Reverend Dr. Samuel J. Quire Jr.[54][56] Diese Kirche hatte 281.007 Kirchenglieder im Land (Stand: ca. 2017).[57] Die methodistische Kirche mit der zweithöchsten Mitgliederzahl in Liberia ist The African Methodist Episcopal Church (ca. 42.000 Kirchenglieder etwa 2005).[58]

An der Spitze der 35.600 Gläubigen der Lutherischen Kirche von Liberia steht Bischof Sumoward E. Harris.[54]

Liberia ist Teil der Anglican Communion, Province of West Africa als Protestantische Eposkipalkirche von Liberia. Diese Kirche wurde bereits 1836 in Liberia gegründet und trat 1982 der Kirchenprovinz Westafrika bei. Metropolit der Kirchenprovinz ist der amtierende Bischof von Accra in Ghana. Der Bischof von Liberia mit Amtssitz in Monrovia war bis 2011 Reverend Edward Neufville; sein Bistum hat gegenwärtig etwa 20.000 Gläubige.[54]

Zu den Freikirchen in Liberia gehört die Pfingstkirche Assemblies of God mit 14.500 Gläubigen; sie hat 287 Gemeinden und wurde bereits 1908 gegründet. An der Spitze steht der General Superintendent Jimmie K. Dugbe.[54]

Die Providence Baptist Church in Liberia wird von Reverend A. Momolue Diggs geleitet und hat etwa 2500 Gläubige. Die Kirche hat 300 Pfarreien (congregations) und betreibt acht Schulen. The Liberian Baptist Missionary and Educational Convention Inc. wurde bereits 1880 in Monrovia (Hauptsitz) gegründet; er steht gegenwärtig unter der Präsidentschaft von Reverend J.K. Levee und Reverend Charles W. Blake als Generalsekretär.[54]

Der Einfluss der USA ist auch in der Religionsausübung fühlbar; hierbei wächst besonders der Einfluss der Methodisten, der Baptisten, Presbyterianer und der Episkopalen. Ihre ersten Missionsgesellschaften nahmen bereits kurz nach der Gründung der Republik Liberia ihre Arbeit auf.[59]

Die Zeugen Jehovas zählen in Liberia mehr als 6000 Gläubige.[60]

Bildung und Forschung

Erwachsenenbildung von Liberianern
Erwachsenenbildung von Liberianern

Das staatliche liberianische Bildungssystem ist kostenlos und besteht aus Grund- und Hauptschule (primary and secondary education). Der reguläre Schulbesuch ist gesetzlich auf 9 Schuljahre festgesetzt. Nach Angaben der Regierung wurden seit 1999 jeweils 10 Prozent des jährlichen Staatsbudgets in Bildung investiert. Die Einschulung erfolgt im Alter von 7 Jahren; der Besuch der Grundschule währt in der Regel sechs Schuljahre. Im Alter von 13 Jahren beginnt die Hauptschulausbildung, die auch in zwei aufeinanderfolgenden dreijährigen Ausbildungsphasen zum Abitur führen kann. Nach Angaben von Hilfsorganisationen können seit 2002 lediglich 40 Prozent der Schulpflichtigen wieder am Unterricht teilnehmen, da die schulische Infrastruktur in vielen ländlichen Gebieten nur rudimentär vorhanden ist. Schulunterricht nach europäischem Maßstab wird demnach nur in den größeren Städten und im Umkreis von christlichen Missionsstationen angeboten. Die Mehrzahl der aus muslimisch geprägten Elternhäusern stammenden Kinder besucht nur die Koranschule.[61]

Die lebensnotwendigen und traditionellen Kenntnisse der liberianischen Landbevölkerung werden in althergebrachter Weise vermittelt. Sowohl Jungen wie Mädchen werden ab einem bestimmten Alter vor dem Erreichen der Pubertät von ihren Familien getrennt und in abgeschotteten Gruppen auf ihr Leben als Erwachsene vorbereitet. Man nennt diese Gruppen „Poroschule“; Mädchen werden in die „Sande“ aufgenommen. Sie erlernen dort von wenigen Ausbildern die traditionellen Bräuche, auch geheime Riten und die zum Überleben notwendigen Fertigkeiten. Die Jugendlichen erwerben den erforderlichen Respekt für die Autoritäten und Hierarchien in ihrer Gruppe und der Gesellschaft. Nach der drei- bis vierjährigen „Ausbildung“ werden diese Jugendlichen festlich in den Kreis der Erwachsenen aufgenommen und erhalten in der Gemeinschaft neue Rechte und Pflichten zugeteilt. Erst als Erwachsene finden sie die Möglichkeit, sich für einen Schulbesuch zum Erlernen von Lesen und Schreiben zu entscheiden. Mädchen erhalten tendenziell weniger Schulbildung.[62]

Verschiedene Projekte der Regierung verfolgen das Ziel, die Bildungsangebote zu verbessern. Auch werden Alphabetisierungskampagnen durchgeführt, um die in der Bürgerkriegszeit entstandenen Defizite zu kompensieren.[63][Anmerkung 5] Mary Antoinette Brown-Sherman war die erste Rektorin einer afrikanischen Universität. In ihrer Amtszeit (1978–1984) wurde eine Internatsschule in Fendall (Universität Primary School) gegründet.

Die Alphabetisierungsrate lag 2015 bei 47,6 % der Bevölkerung.[64]

Bildungseinrichtungen

  • Liberia ist ein Schwerpunktland der African Methodist Episcopal Zion Church. Das Christian Education Department A.M.E. Zion Church betreibt in Monrovia die A.M.E. Zion University zur Ausbildung von Pastoren und Seelsorgern.
  • Das Booker T. Washington Institute (BWI) befindet sich in Kakata. Es wird in privater Trägerschaft geführt und besteht seit den 1950er Jahren. Es unterrichtet über 5000 Jugendliche und ist somit die größte Berufsschule des Landes. Die BWI hat einen hervorragenden Ruf, kann aber trotz hoher Gebühren der Anfragen nicht Herr werden.
  • Eine weitere, im Jahr 2000 aber endgültig geschlossene Bildungseinrichtung war das College of West Africa (CWA) in Monrovia. Seine Funktion übernahm die J. J. Roberts United Methodist School (JJRUMS).
  • In Suacoco bei Gbarnga befindet sich eine der ältesten (privaten) Universitäten Afrikas: das Cuttington University College. Es wurde bereits 1889 in Harper (Cape Palmas) gegründet und 1948 in das Hinterland verlegt. Das College unterhält enge Beziehungen zu Bildungseinrichtungen in den USA.[65]
  • Mit ausländischer Unterstützung wurde ein Weiterbildungszentrum für Forstwirtschaft – das Forest Development Autorithy (FDA) – und ein Institut für Industrie- und Wirtschaftsförderung – das Liberian Opportunities Industralization Center (LOIC) – gegründet.[66]
  • Die staatliche University of Liberia ist die größte Universität des Landes und befindet sich in Monrovia. Die Universität hat die einzige rechtswissenschaftliche Fakultät des Landes.[67] 2011 wurde weit außerhalb Monrovias, in Fendall, ein riesiger Universitätscampus vorsichtig in Betrieb genommen. Dieser war von der chinesischen Regierung erbaut worden; der Umzug musste jedoch wegen Pfusch und schweren Baumängeln wieder gestoppt werden. 2013 fielen sämtliche rund 25.000 Studienplatzanwärter durch die Aufnahmeprüfung.[68] Daraufhin wurden die Anforderungen gesenkt, so dass letztlich 1600 Studenten zugelassen werden konnten.
  • Ein Teil der dringend benötigten Mediziner werden an der neu gegründeten (privaten) St. Luke School Of Medicine in Monrovia ausgebildet.
  • Das Stella Maris Polytechnic ist eine staatliche Technische Hochschule in Monrovia. Sie ging aus dem Arthur Barclay Technical Institute und dem Don Bosco Polytechnic College hervor.
  • Mit Unterstützung der Evangelisch-methodistischen Kirche (The United Methodist Church; siehe oben: Religionen) wird gegenwärtig die United Methodist University of Liberia (UMU) aufgebaut.[69]
  • Die William V. S. Tubman University in Harper ist die zweite staatliche Universität. Sie ging aus dem William V.S. Tubman College of Technology hervor, das 1978 in Tubmans Heimatstadt gegründet worden war.

Für gemeinsame Bildungsprojekte und gegenseitige Anerkennung der Hochschulabschlüsse trat Liberia dem West African Examinations Council (WAEC) bei. Hierbei handelt es sich um eine Vereinigung englischsprachiger Länder.[70][71][Anmerkung 6]

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Lebenserwartung

Lebenserwartung

Die Lebenserwartung ist die im Durchschnitt zu erwartende Zeitspanne, die einem Lebewesen ab einem gegebenen Zeitpunkt bis zu seinem Tod verbleibt, wobei bestimmte Annahmen über die Sterberaten zugrunde gelegt werden. Diese werden in der Regel mit Hilfe einer Sterbetafel, meist einer Periodensterbetafel, ermittelt, die auf beobachteten Sterbehäufigkeiten der Vergangenheit und auf Modellannahmen für deren zukünftige Entwicklung basiert. Grundsätzlich kann der Zeitpunkt, ab dem die restliche Lebenserwartung ermittelt werden soll, beliebig gewählt werden. Im allgemeinen Fall ist es der Zeitraum, der mit der biologischen Entwicklung des Lebewesens beginnt, beim Menschen und den meisten Säugetieren mit der Geburt.

Kindersterblichkeit

Kindersterblichkeit

Kindersterblichkeit beziffert den Anteil der Kinder, die im Zeitraum der ersten fünf Lebensjahre sterben, bezogen auf 1000 Lebendgeburten. Die Sterblichkeit im ersten Lebensjahr bezeichnet man als Säuglingssterblichkeit. Laut UNICEF ist Mangelernährung die Hauptursache für Kindersterblichkeit.

Säuglingssterblichkeit

Säuglingssterblichkeit

Mit der Säuglingssterblichkeit erfasst man den Anteil der Kinder, die vor Erreichung des ersten Lebensjahres sterben. Man gliedert sie so aus der Kindersterblichkeit aus. Eine hohe Säuglingssterblichkeit ist ein Kennzeichen von Unterentwicklung und in Entwicklungsländern besonders häufig anzutreffen.

Bevölkerung

Bevölkerung

Der Begriff Bevölkerung wird als Bezeichnung für die menschliche Population innerhalb geografischer Grenzen verwendet und unterscheidet sich von abstammungsbezogenen Gruppierungen wie Stamm, Volk und Ethnie.

Migrationssoziologie

Migrationssoziologie

Die Migrationssoziologie ist ein Teilgebiet der Migrationsforschung und untersucht das Phänomen der Migration aus einer speziell soziologischen Perspektive. Ursachen und Folgen von Wohnortswechseln werden seit den 1920er Jahren systematisch anhand soziologischer Kategorien analysiert. Dabei stehen oftmals Fragen nach sozialstrukturellen Mustern von Wanderungsbewegungen, aber auch nach der Integration verschiedener kultureller Einflüsse, innerhalb eines politischen Territoriums, im Vordergrund des Interesses.

Urbanisierung

Urbanisierung

Unter Urbanisierung versteht man die Ausbreitung städtischer Lebensformen. Diese kann sich einerseits im Wachstum von Städten ausdrücken, andererseits durch eine mit städtischen Standards vergleichbare infrastrukturelle Erschließung ländlicher Regionen und durch verändertes Sozialverhalten der Bewohner von ländlichen Gebieten.

Monrovia

Monrovia

Monrovia [mɔnˈroːvi̯a] ist die Hauptstadt des westafrikanischen Staates Liberia. Sie hat laut Volkszählung aus dem Jahr 2008 970.824 Einwohner.

Gbarnga

Gbarnga

Gbarnga ist eine Stadt und Verwaltungszentrum in Liberia. Sie ist Hauptstadt des Bong County.

Ganta

Ganta

Ganta, auch Gahnpa, ist nach der Einwohnerzahl die größte Stadt des Nimba County in Liberia, Westafrika. Hier leben etwa 41.100 Einwohner, ein großer Teil der Bevölkerung ist muslimischen Glaubens.

Buchanan (Liberia)

Buchanan (Liberia)

Buchanan ist die drittgrößte Stadt der westafrikanischen Republik Liberia. Die vor dem Bürgerkrieg als Ausfuhrhafen für den Eisenerz-Export bekannte Hafenstadt befindet sich etwa 70 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Monrovia an der Waterhouse Bay, einem markanten Abschnitt der liberianischen Atlantikküste. Buchanan ist die Hauptstadt des Grand Bassa County.

Harper (Liberia)

Harper (Liberia)

Harper ist eine Ortschaft am Cape Palmas, dem südwestlichsten Punkt der Republik Liberia und zugleich südlichster Punkt in Westafrika.

Liste der Städte in Liberia

Liste der Städte in Liberia

Die Liste der Städte in Liberia bietet einen Überblick über die Entwicklung der Einwohnerzahl der größeren Städte des westafrikanischen Staates Liberia.

Politik

Politisches System

Die bis 22. Januar 2018 amtierende Präsidentin Ellen Johnson-Sirleaf
Die bis 22. Januar 2018 amtierende Präsidentin Ellen Johnson-Sirleaf

Die seit 1847 bestehende Republik Liberia ist der zweitälteste unabhängige Staat Afrikas (nach Äthiopien). Die erste Verfassung Liberias wurde bereits am 5. Januar 1839 mit den Hauptvertretern der American Colonization Society inhaltlich beraten und beschlossen. Die Textform bezeichnete das neue Staatswesen als präsidiale Republik des Commonwealth of Liberia.[72]

Der seit dem 22. Januar 2018 amtierende Präsident George Weah
Der seit dem 22. Januar 2018 amtierende Präsident George Weah

1984 wurde eine neue Verfassung durch Volksabstimmung angenommen, die sich wie die vorhergehende eng an das US-amerikanische Modell anlehnt. Die Legislative liegt beim Parlament. Das Parlament besteht (nach amerikanischem Vorbild) aus zwei Kammern:

  1. der Senat verfügt über 30 Senatoren
  2. das Repräsentantenhaus verfügt über 64 gewählte Abgeordnete.[46] Alle Abgeordneten und Senatoren werden durch das Mehrheitswahlrecht bestimmt, wobei die 15 Verwaltungsbezirke („Counties“) Liberias jeweils zwei Senatoren für eine Amtszeit von neun Jahren entsenden.[10][46] Problematischer ist die Bestimmung der Wahlkreise für das Repräsentantenhaus; hier bestimmt die Anzahl der registrierten Wähler, wie viele Wahlkreise im jeweiligen County zu bilden sind.[46] Durch die Bürgerkriegsfolgen befinden sich noch immer zehntausende Menschen in Camps und Flüchtlingslagern, sodass eine exakte Überprüfung der Wahllisten erschwert wird.[10]

Der für sechs Jahre gewählte Präsident ist nach der Verfassung von Liberia zugleich Staatsoberhaupt, Regierungschef und Oberbefehlshaber der liberianischen Streitkräfte.[46]

Aus den Präsidentschaftswahlen vom November 2005 ging Ellen Johnson-Sirleaf (Unity Party) mit etwa 59,4 Prozent der Stimmen als Siegerin hervor. Damit setzte sie sich in zwei Wahlgängen gegen 22 Kandidaten durch, unter denen George Weah (Congress for Democratic Change) derjenige war, der mit ihr gemeinsam die Stichwahl erreichte, dort aber unterlag. Sie ist die erste Frau, die durch eine Wahl das Amt eines Staatsoberhauptes in Afrika erlangte.[73] Bei der Wahl 2011 kam Sirleaf im ersten Wahlgang am 11. Oktober auf 43,9 Prozent der Stimmen, ihr Herausforderer Winston Tubman vom Kongress für Demokratischen Wandel (CDC) auf 32,7 Prozent. Bei der Stichwahl im November erreichte Sirleaf rund 90 Prozent. Ihr Gegenkandidat war nicht angetreten. Die Wahl wurde überschattet von gewaltsamen Ausschreitungen. Daher war die Wahlbeteiligung gering; sie lag nach Angaben von Experten bei 37 Prozent.[74]

Zur Wahl 2017 trat Ellen Johnson-Sirleaf nicht mehr an und George Weah wurde zum Präsidenten Liberias gewählt. Auch im Parlament wurde seine Partei Congress for Democratic Change stärkste Partei. Die Machtübergabe lief reibungslos und friedlich. In Anerkennung ihrer erfolgreichen Regierungsführung und ihrer Verdienste um die Demokratisierung Liberias wurde Ellen Johnson-Sirleaf 2018 mit dem Mo-Ibrahim-Preis ausgezeichnet.[75]

Justizwesen

Nach dem Staatsstreich von 1980 wurde im Februar 1982 das zuvor aufgelöste People’s Supreme Court als Oberstes Gericht Liberias wieder „installiert“. Zuständig für die Bestätigung von Wahlergebnissen ist seit Januar 1992 ein aus fünf Mitgliedern bestehender unabhängiger Supreme Court (Oberster Gerichtshof). Henry Reed Cooper steht gegenwärtig als Chief Justice of the Supreme Court of Liberia an der Spitze des Justiz-Systems.[76]

Liberias Justizwesen befindet sich ebenfalls im Aufbau; es gibt jedoch nur eine sehr geringe Anzahl von Gerichtsgebäuden, Richtern und Staatsanwälten. Die Kenntnis und Respektierung der Gesetze ist kaum ausgeprägt; in weiten Teilen des Landes erfolgen Prozesse nach althergebrachten archaischen Gesetzen oder den religiösen Vorschriften der Scharia.[77]

Die Haftbedingungen in den liberianischen Gefängnissen sind hart und manchmal lebensbedrohend. Im Gegensatz zu europäischen Rechtssystemen regeln in weiten Teilen Liberias noch konservative Moralvorstellungen, indigene Gesetze und Traditionen das Zusammenleben in den ländlichen Regionen. Dort existiert auch die Praxis der Vergewaltigung in der Ehe sowie häusliche Gewalt gegen Kinder und die international geächtete Genitalverstümmelung bei Frauen.[53]

Politische Indizes

Von Nichtregierungsorganisationen herausgegebene politische Indizes
Name des Index Indexwert Weltweiter Rang Interpretationshilfe Jahr
Fragile States Index 89,5 von 120 31 von 179 Stabilität des Landes: große Warnung
0 = sehr nachhaltig / 120 = sehr alarmierend
2021[78]
Demokratieindex 5,43 von 10 90 von 167 Hybridregime
0 = autoritäres Regime / 10 = vollständige Demokratie
2021[79]
Freedom in the World Index 60 von 100 Freiheitsstatus: teilweise frei
0 = unfrei / 100 = frei
2022[80]
Rangliste der Pressefreiheit 62,8 von 100 75 von 180 Erkennbare Probleme für die Pressefreiheit
100 = gute Lage / 0 = sehr ernste Lage
2022[81]
Korruptionswahrnehmungsindex (CPI) 29 von 100 136 von 180 0 = sehr korrupt / 100 = sehr sauber 2021[82]


Innen- und Sicherheitspolitik sowie Korruptionsbekämpfung

Der erfolgreiche Wiederaufbau des Staatsapparates ist eine wesentliche Voraussetzung für die Zukunft des Landes. Seit 1990 ist die ECOWAS-Friedenstruppe ECOMOG im Land, die vorwiegend von Nigeria und Ghana gestellt wird. Auf Druck der ECOWAS wurde der Friedensprozess Mitte der 1990er Jahre fortgesetzt.

Korruption ist immer noch ein Hauptproblem in allen Ebenen des Staatsaufbaus.

Reorganisation der Polizei

Liberianische Soldaten auf dem amerikanischen Kriegsschiff USS Fort McHenry
Liberianische Soldaten auf dem amerikanischen Kriegsschiff USS Fort McHenry

Mit einem Mandat der UNO befinden sich seit dem Ende des Bürgerkrieges etwa 15.000 Angehörige der UNMIL-Friedenstruppen und 1100 UNPOL-Offiziere im Land und helfen die Aufrechterhaltung der inneren Sicherheit zu gewährleisten. Die liberianische Nationalpolizei (LNP) wird unter Beteiligung der UNPOL umstrukturiert, rekrutiert, geschult und mit modernisierter Technik ausgerüstet. Seit 2004 wurden 3500 LNP-Offiziere eingesetzt. Die Polizeipräsenz kann aber noch nicht verhindern, dass es zu Fällen von Gewalt und Selbstjustiz kommt.[53]

Außen- und Verteidigungspolitik

Liberia ist Mitglied folgender internationaler Organisationen und Staatenbünde:

Fototermin anlässlich eines Treffens Präsident Barack Obamas und der First Lady Michelle Obama mit der liberianischen Außenministerin King-Akerele.
Fototermin anlässlich eines Treffens Präsident Barack Obamas und der First Lady Michelle Obama mit der liberianischen Außenministerin King-Akerele.

Liberia zählte seit den 1980er Jahren zu den instabilsten und gefährlichsten Staaten der Welt. Nach dem Bürgerkrieg versucht Liberias Regierung, ihre traditionellen Bindungen und Beziehungen zu den USA zu festigen. Im Vorfeld eines Staatsbesuch des US-Präsidenten George W. Bush am 21. Februar 2008 äußerte dieser, dass die Vereinigten Staaten keine neuen US-Militärbasen in Afrika planten, obwohl die liberianische Präsidentin Sirleaf sich als bisher einziger Führer eines afrikanischen Landes dafür eingesetzt hatte, das Hauptquartier des U.S. Africa Military Command in Liberia einzurichten.[83] Die Ansiedlung des AFRICOM erfolgte in Europa (Stuttgart), da die Afrikanische Union und ihre Mitglieder den Zielen des AFRICOM misstrauten und die Vereinigten Staaten daher kein afrikanisches Gastgeberland für die Behörde fanden.[84]

Auch der vorherige Präsident Bill Clinton und seine Frau und ehemalige Außenministerin Hillary Clinton besuchten Liberia regelmäßig, um Unterstützung für Hilfsprojekte zu organisieren.

Im Rahmen ihrer Afrikareise besuchte Bundeskanzlerin Angela Merkel im Oktober 2007 die Hauptstadt Monrovia. Bei dieser Gelegenheit wurde den mitreisenden Wirtschaftsvertretern eine Verbesserung der deutsch-liberianischen Wirtschaftsbeziehungen zugesichert.[85]

Gleichzeitig wachsen die Bemühungen der Volksrepublik China, in Liberia Einfluss zu gewinnen. Chinesische Entwicklungshelfer und Techniker bemühen sich um den Aufbau der zerstörten Infrastruktur – im Gegenzug erwartet China bevorzugte Verträge bei der Rohstoffversorgung mit Kautschuk, Eisenerz und beim Import chinesischer Produkte durch Liberia.[86] Als ein bleibendes Zeichen der „Guten Beziehungen“ übergab der chinesische Botschafter in Liberia im Juni 2010 den neu erbauten Fendall-Campus der University of Liberia.[87]

Diplomatische Vertretungen

Diplomatische Vertretungen Liberias
Diplomatische Vertretungen Liberias

Liberia hat auf Grund seiner pro-westlichen Haltung in den afrikanischen Staaten viel Ablehnung erfahren, daher haben nur wenige afrikanische Staaten mit Liberia diplomatische Beziehungen aufgenommen. Im Verlauf des Bürgerkrieges verließen fast alle Diplomaten aus Sicherheitsgründen das Land und kamen nur zögerlich zurück. Die Botschaften der Bundesrepublik Deutschland, der Schweiz und Österreichs wurden nach Accra, die Hauptstadt von Ghana, evakuiert.[88] Die Deutsche Botschaft im Stadtteil Congo Town in Monrovia hat (Stand 2019) keine Visaabteilung.[89]

Unter der ehemaligen Regierung der Präsidentin Ellen Johnson Sirleaf wurden verstärkt asiatische Staaten zur Wirtschaftskooperation angesprochen und diplomatische Beziehungen vereinbart; jüngstes Beispiel (Juni 2010) ist das Emirat Kuwait.[90]

Militär

Die Streitkräfte Liberias (engl. Armed Forces of Liberia (AFL)) gehen auf eine Miliz zurück, die im 19. Jahrhundert von den ersten schwarzen Kolonisten Liberias gegründet wurde. Sie wurden 2008 neu organisiert und stehen unter dem Kommando von George Weah, dem Präsidenten Liberias. Militärischer Befehlshaber ist Brigadier General Daniel Dee Ziankahn.[91] Die AFL umfassen ca. 2100 Soldaten des Heeres und eine kleine Küstenwache mit 2 Booten.

Verwaltungsgliederung

Der Staat Liberia gliedert sich in 15 Regionen (Countys). Die liberianische Regierung ernennt die 15 Verwaltungschefs (County Superintendent und District Commissioner) dieser nachgeordneten Einheiten. Die Städte verfügen über gewählte Bürgermeister und Stadträte. Großen Einfluss auf das politische Geschehen im Lande üben traditionelle Führer auf den unterschiedlichen Ebenen (Town Chief, Clan Chief und Paramount Chief) aus. Dieser Zwiespalt setzt sich auch im Rechtswesen fort, wo öffentliche und traditionelle Gerichtsbarkeit nebeneinander bestehen.[10]

Nr Region Hauptstadt Bevölkerung
(2008)[41]
Fläche
(km²)[41]
Gründung
01 Bomi County Tubmanburg 0.082.036 01.942 1984
02 Bong County Gbarnga 0.328.919 08.772 1964
0 3 Gbarpolu County Bopolu 0.083.758 09.689 2001
04 Grand Bassa County Buchanan 0.224.839 07.936 1839
05 Grand Cape Mount County Robertsport 0.129.055 05.162 1844
06 Grand Gedeh County Zwedru 0.126.146 10.484 1964
07 Grand Kru County Barclayville 0.057.106 03.895 1984
08 Lofa County Voinjama 0.270.114 09.982 1964
09 Margibi County Kakata 0.199.689 02.616 1985
10 Maryland County Harper 0.136.404 02.297 1857
11 Montserrado County Bensonville 1.144.806 01.909 1839
12 Nimba County Sanniquellie 0.468.088 11.551 1964
13 River Cess County Cestos City 0.065.862 05.594 1985
14 River Gee County Fish Town 0.067.318 05.113 2000
15 Sinoe County Greenville 0.104.932 10.137 1843
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Äthiopien

Äthiopien

Äthiopien [ʔɛˈtʰi̯oːpʰi̯ən] ist ein Binnenstaat im Nordosten Afrikas. Zur Zeit des Kaiserreichs Abessinien war das Land auch als Abessinien bekannt. Das Land am Horn von Afrika grenzt an Eritrea, den Sudan, den Südsudan, Kenia, Somalia und Dschibuti.

Vereinigte Staaten

Vereinigte Staaten

Die Vereinigten Staaten von Amerika, auch Vereinigte Staaten oder umgangssprachlich einfach Amerika genannt, sind eine demokratische, föderal aufgebaute Republik in Nordamerika. Sie besteht aus 50 Bundesstaaten, der Hauptstadt Washington, D.C., die einen eigenen Bundesdistrikt darstellt, sowie aus fünf größeren unionsabhängigen Territorien und neun Inselterritorien. Die 48 zusammenhängenden Contiguous United States, die so genannten Lower 48, bilden zusammen mit Alaska, von dem sie durch kanadisches Gebiet getrennt sind, die Continental United States. Der Bundesstaat Hawaii und einige kleinere Außengebiete liegen im Pazifik und in der Karibik. Das Land weist geographisch und klimatisch eine sehr hohe Diversität mit einer großen Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten auf.

Repräsentantenhaus (Liberia)

Repräsentantenhaus (Liberia)

Das Repräsentantenhaus ist das Unterhaus im Zweikammersystem von Liberia.

Unity Party (Liberia)

Unity Party (Liberia)

Die Unity Party ist eine politische Partei in Liberia.

George Weah

George Weah

George Tawlon Manneh Oppong Ousman Weah ist seit dem 22. Januar 2018 der 25. Präsident Liberias sowie ein ehemaliger Fußballspieler.

Congress for Democratic Change

Congress for Democratic Change

Der Congress for Democratic Change ist eine liberianische politische Partei, welche von den Anhängern der Präsidentschaftskandidatur von George Weah 2005 gebildet wurde.

Staatsoberhaupt

Staatsoberhaupt

Das Staatsoberhaupt steht an der Spitze der staatlichen Ämterhierarchie. Es repräsentiert den Staat nach innen und außen, ist im Sinne des Völkerrechts vollumfänglich bevollmächtigter Vertreter seines Landes und bestätigt formal die Ernennung in Staatsämter sowie die Ausfertigung von Gesetzen. Auswahl und Funktion des Staatsoberhauptes sowie die Ausgestaltung und Machtfülle seines Amtes sind zentrale Merkmale der Staatsform. In vielen Ländern, insbesondere in solchen, in denen das Staatsoberhaupt vornehmlich repräsentative Aufgaben hat, existiert neben ihm zusätzlich ein Regierungschef, der die tatsächliche politische Macht ausübt.

Afrika

Afrika

Afrika ist einer der Kontinente der Erde. Seine Fläche von 30,2 Millionen km² entspricht etwa 22 % der gesamten Landfläche des Planeten, er hat eine Bevölkerung von etwa 1,3 Milliarden Menschen (2017). Damit ist er sowohl nach Ausdehnung als auch nach Bevölkerung der zweitgrößte Erdteil nach Asien. Nahezu alle afrikanischen Staaten sind Mitglied der Vereinten Nationen und der Afrikanischen Union. Der Kontinent ist überwiegend ländlich und durch hohe Geburtsraten geprägt, welche durch die Modernisierung sinken. Durch die seit etwa 1950 stark steigende Urbanisierung wohnen immer mehr Afrikaner in städtischen Gebieten. Einige afrikanische Städte gehören zu den weltgrößten Ballungsräumen, darunter Kairo, Lagos, Kinshasa, Johannesburg, Luanda und Alexandria.

Präsidentschaftswahl in Liberia 2011

Präsidentschaftswahl in Liberia 2011

Die erste Runde der Präsidentschaftswahlen in Liberia 2011 fand am 11. Oktober und eine Stichwahl am 9. November 2011 statt. Es waren die 50. Präsidentschaftswahlen im westafrikanischen Staat Liberia, der ältesten Republik Afrikas. Besondere internationale Aufmerksamkeit erhielt die Wahl dadurch, dass die regierende Präsidentin und Kandidatin Ellen Johnson Sirleaf wenige Tage vor der Wahl den Friedensnobelpreis 2011 erhielt. Einige Beobachter sahen in dieser unmittelbaren Nähe zur Präsidentschaftswahl eine unzulässige Einmischung in die Wahl durch das Nobelpreiskomitee.

Präsidentschaftswahl in Liberia 2017

Präsidentschaftswahl in Liberia 2017

Die erste Runde Präsidentschaftswahl in Liberia 2017 fanden am 10. Oktober im westafrikanischen Liberia statt. Zur Wahl standen neben dem Präsidenten auch die Abgeordneten des Repräsentantenhaus.

Supreme Court of Liberia

Supreme Court of Liberia

Der Supreme Court of Liberia ist das höchste Gericht des westafrikanischen Staates Liberia. Der Sitz des Supreme Court of Liberia befindet sich im „Temple of Justice“ auf dem Capitol Hill in Monrovia.

Scharia

Scharia

Die Scharia, das islamische Gesetz, beschreibt „die Gesamtheit aller religiösen und rechtlichen Normen, Mechanismen zur Normfindung und Interpretationsvorschriften des Islam“. Ein einziger Gott (Allah) gilt in diesem Rechtssystem als der oberste Gesetzgeber. Sein Gesetz sei Grundlage der göttlichen Offenbarung im Koran. Bei der Scharia handele es sich allerdings nicht um ein kodifiziertes, unveränderliches Rechtssystem, sondern um „ein Regelwerk, welches sich stets im Wandel befindet“. Scharia lasse sich deshalb nur verstehen, wenn man die „Rechtsquellen- und Rechtsfindungslehre“ (uṣūl al-fiqh) statt „inhaltliche[r] Einzelregelungen“ betrachtet.

Wirtschaft

Statistische Daten[48]
BIP pro Kopf, PPP 855 US-$ (2016)
Auslandsverschuldung 3200 Mio. US-$ (2005)
Zahlungsbilanz −224 Mio. US-$ (2007)
Inflationsrate 11,2 % (2007)
Arbeitslosigkeit 85 % (2003)
Anteil der Menschen

in absoluter Armut

44,4 % (2016)[92]

Die Wirtschaft von Liberia ist durch große Gegensätze gekennzeichnet. Das Land zählte nach dem Zweiten Weltkrieg zu den fortschrittlichsten Ländern Afrikas und hatte unter der Herrschaft von William Tubman nach Japan das höchste Wirtschaftswachstum der Welt. Durch die liberianischen Bürgerkriege wurden allerdings viele Errungenschaften zerstört. Während des Bürgerkriegs sank das Pro-Kopf-Einkommen auf unter 125 Euro.

Liberia ist heute daher eines der ärmsten Länder der Erde. International wurden 420 Millionen Euro als Entwicklungshilfe bereitgestellt und Liberia ist in viele multinationale Gemeinschaften eingebunden. Nach einer Studie der Washingtoner Organisation Fund for Peace und des US-Politmagazins „Foreign Policy“ hat Liberia in den Jahren seit dem Ende des Bürgerkrieges die deutlichste Verbesserung im Fragile State Index vollbracht; dieser bewertet die politische, soziale und wirtschaftliche Lage des jeweiligen Staates.

Die Wirtschaft ist stark von Erlösen aus Rohstoffexporten (Gummi) und den Erlösen aus dem Schiffsregister beeinflusst.[53] Die internationalen Sanktionen gegen den liberianischen Staat zum Handel mit Diamanten und Holz konnten aufgehoben werden, so dass die Ausfuhren dieser Waren positiv zum Wirtschaftswachstum beitragen werden.[53] Präsidentin Johnson-Sirleaf hat erste Schritte zur Bekämpfung der Korruption, Anreize für private Investitionen und eine Werbeinitiative zur Unterstützung von internationalen Gebern unternommen.

Im Global Competitiveness Index, der die Wettbewerbsfähigkeit eines Landes misst, belegt Liberia Platz 131 von 138 Ländern (Stand 2016).[93] Im Index für wirtschaftliche Freiheit belegt das Land 2017 Platz 161 von 180 Ländern.[94]

Staatshaushalt

Der Staatshaushalt umfasste 2016 Ausgaben von umgerechnet 743 Mio. US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 613 Mio. US-Dollar gegenüber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in Höhe von 6,1 % des BIP.

Die Staatsverschuldung betrug 2016 39,5 % des BIP.[95]

Erlöse[96]
(in Mio. USD)
2000 2001 2002
Landwirtschaft 400 391 432
Bergbau 1 0,2 0,1
Industrie 38,1 43,1 30,3
Energieerzeugung 3 3 2,8
Bauwirtschaft 8 8,7 8,3
Binnenhandel 21,1 21,2 28,2
Transport und
Telekommunikation
24,4 24,3 28,2
Finanzdienstleistungen 15,1 14,6 13,9
Verwaltungsdienste 16,9 14,1 12,3

Außenhandel

Nach einer viele Jahrzehnte währenden Abhängigkeit von den USA hat sich Liberia auf neue Handelspartner eingestellt. Wichtigste Abnehmer für Liberias Exporte waren 2008 Belgien mit 48 Prozent und Italien mit 10 Prozent der Gesamterlöse des Landes; inzwischen wird eine deutliche Verschiebung zugunsten der Volksrepublik China erwartet. Als wichtigste Lieferstaaten für Liberias Importe treten Südkorea mit 27 Prozent, Japan mit 25 Prozent und Singapur mit 7 Prozent in Erscheinung. Diese Staaten beliefern Liberia mit Schiffsneubauten und -reparaturdienstleistungen. Auch Deutschland besitzt mit 14 Prozent noch einen beachtlichen Marktanteil.[97]

Export­güter sind Naturkautschuk und Gummi, Tropenholz, Eisenerz, Diamanten, Kakao, Kaffee, Ananas. Nach dem Eisenerz ist Kautschuk das zweitwichtigste Exportgut des Landes. Die Präsidentin Johnson-Sirleaf erwartet von dem Abkommen mit Arcelor Mittal eine Signalwirkung für weitere ausländische Investitionen in die liberianische Wirtschaft. Aber auch die Abhängigkeit von ausländischen Kapitalgebern trägt zu den Problemen des Landes bei.[85]

Seewirtschaft

Liberia betreibt formal die zweitgrößte Handelsflotte der Welt. Nach dem Zweiten Weltkrieg flaggten immer mehr europäische, amerikanische und asiatische Schiffsbetreiber ihre Schiffe nach Liberia aus. Das liberianische Schiffsregister umfasste 2019 Schiffe mit einer Gesamttonnage von 124,1 Millionen Bruttoregistertonnen. Die Handelsflagge Liberias gilt als „Billigflagge“.[98]

Landwirtschaft

Anbaufrucht[99]
(Betrag in 1000 Tonnen)
2000 2001 2002
Reis 183,4 145 110
Süßkartoffel 18 18 18
Maniok 440,5 480 480
Yams 22 26 26
Zuckerrohr 250 255 255
Bananen 110 110 110
Orangen 7 7 7
Kautschuk 105 107 108
Palmöl 174 174 174

Etwas mehr als 70 Prozent der Liberianer leben von der Landwirtschaft, die zur Selbstversorgung betrieben wird. Meist arbeitet man im Brandrodungsbau, der nicht nur zur Auslaugung der Böden und zur Vernichtung wertvoller Waldbestände beiträgt, sondern auch nicht geeignet ist, eine Marktproduktion zu errichten, d. h. eine Produktion, die über die Selbstversorgung hinausgeht. Die Hauptnahrungsmittel sind Maniok, Reis, Mais und Süßkartoffeln. Liberia ist ein wichtiges Anbaugebiet für Maniok, in Liberia unter dem Namen Cassava bekannt. Der Anbau wird im Familienbetrieb (Kleinbauern) betrieben und konzentriert sich auf die zentralen Provinzen Bong, Nimba und Grand Bassa.[100]

Weitere, traditionell für den Export in die USA bestimmte Anbauprodukte sind Zuckerrohr, Baumwolle, Kaffee, Kakao und Ölpalmprodukte.[101] Große Flächen des Waldes wurden für malaysische und britische Investoren gerodet, um Ölpalmen anzubauen. Die Vorkommen an über 100 wertvollen Arten von Tropenhölzern aus den zehn staatlichen Forstbezirken (Gbi, Gio, Gola, Grebo, Krahn-Bassa, Kpelle, Nimba, Sapo, South-Belle, North-Belle und Vai) sind stark zurückgegangen. Ein Teil der Forstgebiete soll nun dauerhaft unter Naturschutz gestellt werden, küstennahe Gebiete sollen an ausländische Holzkonzerne mit strengen Auflagen konzessioniert werden.[8][102]

Fischereiwirtschaft

Auf den Fischereisektor entfallen rund fünfzehn Prozent des BIP des Landes.[Anmerkung 7] Seit Jahrhunderten betrieben Bewohner Liberias eine einfache Küstenfischerei mit Netzen. Die Hochseefischerei wird seit den 1970er Jahren auch mit relativ modernen Fischkuttern betrieben; 1988 besaß Liberia 55 Fischtrawler. Die Fischerei und die damit verbundenen Zulieferindustrien und Gewerbe bieten Beschäftigung für 20.000 Menschen.[103][Anmerkung 8]

1999 gab es fünf kommerzielle Unternehmen in Liberia, die mit den angegliederten Fischfabriken und Kühlhäusern rund 6000 Menschen im Fang und Verarbeitungsbereich beschäftigen. Die wirtschaftlich bedeutendste Speisefischart mit 80 Prozent im Fangaufkommen ist Ethmalosa (Ethmalosa fimbriata). Gefangen werden auch Garnelen, Westafrikanischer Kreuzwels (Arius seemani) und Blue Threadfin (Eleutheronema tetradactylum). In den Flüssen des Landes werden Buntbarsche (Tilapia nilotica) und der Afrikanische Waller (Clarias luzerra) bevorzugt.

Für die Ernährung werden auch Muscheln, Kopffüßer und Krebstiere gefangen.[104][105]

Dienstleistungssektor

Der Dienstleistungssektor gehört zu den am stärksten wachsenden Wirtschaftsbereichen. In der Hauptstadt markieren zahlreiche Neubauten von Banken die belebende Konjunktur. Das private Transportwesen entwickelt sich besonders in der Metropolregion Monrovias. Zahlreiche Taxis und Pick-Up-Unternehmen entstanden hier. Große Erwartungen setzt man in den Ausbau des Freihafens.

Industrie

Vor dem Bürgerkrieg stützte sich die Wirtschaft zu einem großen Teil auf die Förderung von Eisenerz. Mit Investitionen im Wert von 1 Milliarde US-Dollar des Stahlkonzerns Arcelor Mittal soll die Eisenerzindustrie nun wieder revitalisiert werden. Es werden direkt 3500 und indirekt 15.000 bis 20.000 neue Arbeitsplätze geschaffen, sobald die Produktion hochgefahren werden kann.[85]

Eine weitere Dominante ist der Kautschuk. 1926 wurde den US-Firmen Firestone und Goodrich ein Teil des Staatsgebietes für Gummiplantagen für 99 Jahre überlassen. Firestone gründete 50 Kilometer östlich von Monrovia in Harbel die größte Kautschukplantage der Welt. 1950 stellte Kautschuk einen Anteil von fast 90 Prozent am Gesamtexportvolumen Liberias. Noch immer besitzt Naturkautschuk einen hohen Wert und behauptet sich gegen chemische Derivate. Die liberianische Regierung hat deshalb ein Wiederaufbauprogramm für die Kautschuk-Plantagen beschlossen; sie spricht von einer Agro-Industrie.[106]

Die industrielle Herstellung von Beton-Formteilen besitzt eine große Bedeutung für den Wiederaufbau der Infrastruktur. In mehreren Küstenstädten befinden sich Fabrikationsstätten.

Als Folge des Bürgerkrieges musste 1982 der Betrieb der Liberia-Petroleum-Raffinerie eingestellt werden. In den 1970er Jahren Statussymbol für den wirtschaftlichen Aufschwung Liberias, ist die Anlage bereits in wesentlichen Teilen demontiert worden.

Bergbau

Stillgelegtes Bergbaugebiet an der Nordgrenze
Stillgelegtes Bergbaugebiet an der Nordgrenze

Der wichtigste Bodenschatz ist Eisenerz. In der Nimba-Region wird noch etwa eine Milliarde Tonnen Erz prognostiziert; das Erz liefert gegenwärtig 60 Prozent der Exporterlöse. Mangan, Baryt, Kyanit, Columbit und Gold sind in abbauwürdigen Mengen vorhanden.[107] Diamanten werden an der Grenze zu Sierra Leone gefunden.[97]

Die in Liberia befindlichen Eisenerzvorkommen bildeten eine wesentliche Grundlage der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes.[108] Es gibt fünf Konzessionsgebiete, die mit liberianischer Beteiligung ausgebeutet werden:

Das bedeutendste Gebiet lag in der Nimba-Range, konzessioniert an die Liberian-American-Swedish Mining Company (LAMCO). Die bedeutenden Lagerstätten setzen sich auch jenseits der Grenze (Guinea) fort, und dieses Land plant eine eigene Bahnlinie aufzubauen, um das Erz abzubauen. Gegenwärtig arbeiten zudem chinesische Techniker an der Instandsetzung der Bahnlinie vom Erzhafen Buchanan nach Santiquelle im Nimba Range.[85][102]

Bereits in den 1950er Jahren begann die DELIMCO – ein deutsch-liberianisches Stahlkonsortium (auf deutscher Seite: Thyssenkrupp und Hoesch AG) – mit dem Aufbau der Bergwerksanlagen in der Bong-Range- und Putu-Range-Region. Es wurden 500 Millionen US-Dollar investiert und die komplette Infrastruktur, zu der auch die Bong-Mining-Bahn gehört, aufgebaut. Die Abbaukonzessionen für die Lagerstätten im Wologizi Range wurden an die Liberia Iron and Steel Company (LISCO) vergeben, die im Westen des Landes gelegenen Lagerstätten gingen an die National Ironore Company (NIOC) und die Liberian Mining-Company (LMC).[102]

In einigen Gebieten im Westen des Landes werden Diamanten gefunden. Die Edelsteine wurden in den Bürgerkriegsjahren auch als Blutdiamanten bezeichnet, da die Aufständischen mit erbeuteten Diamanten ihre Waffen finanzieren konnten. Zur Eindämmung des Konfliktes hatte die UNO deshalb ein Diamanten-Handelsembargo für Liberia verhängt, das inzwischen aufgehoben wurde.[85]

Währung

Die Währung wird durch die Central Bank of Liberia verwaltet, die seit Oktober 1999 die ineffizient arbeitende National Bank of Liberia ersetzt. Die Bank fährt eine Politik der Geldwertstabilität und verweigert sich Einflüssen aus der Regierung, die Haushaltsdefizite durch finanzpolitische Tricks abbauen möchte.

Liberia ist am 16. Februar 2010 der Eco-Zone beigetreten. Nach dem Vorbild des Euro soll in Teilen Westafrikas eine gemeinsame Währung entstehen, um die Realwirtschaft und den Warenaustausch zu erleichtern. Geplant war die Einführung der Währung im Januar 2015. Dieses Datum verstrich ereignislos, neues Ziel ist 2020. Mitglieder der „Eco-Zone“ sind neben Sierra Leone und Guinea auch die Länder Ghana, Nigeria und Gambia. Das Projekt ist wesentliche Grundlage der seit Jahrzehnten angestrebten Westafrikanischen Wirtschafts- und Währungsunion.[109]

Gesetzliches Zahlungsmittel ist der liberianische Dollar (Kürzel: LRD), im Land umgangssprachlich kurz „Liberity“ genannt.

Banknoten sind im Wert von 500, 100, 50, 20, 10 und 5 LRD im Umlauf; Münzen sind nicht mehr im Umlauf.

Der Umrechnungskurs betrug Mitte 2019 1 US-Dollar rund 200 LRD,.[8][110][Anmerkung 9]

Übernahme internationaler Normen

In Liberia gilt das angloamerikanische Maßsystem. Hiervon abweichend wurde mit norwegischer Unterstützung das Stromnetz auf die europäische Norm umgestellt.[111]

Weiteres

Am 28. Januar 2016 legte die EU-Kommission ein Maßnahmenpaket zur Bekämpfung von Steuerflucht vor, bei dem unter anderem Liberia auf der schwarzen Liste der Steueroasen auftaucht.[112]

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Global Competitiveness Report

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Der Global Competitiveness Report (GCR) ist eine Rangliste der Volkswirtschaften mit den höchsten Wachstumschancen, erstellt vom Weltwirtschaftsforum (WEF). Analysiert werden 144 Volkswirtschaften. Der Bericht basiert auf dem Global Competitiveness Index (GCI). In den Index fließen ein: Daten zur Infrastruktur, Gesundheit, Bildung, Effizienz der Gütermärkte, Arbeitsmarkteffizienz, technologischer Entwicklungsgrad etc. Die Einstufung basiert auf der Auswertung öffentlich zugänglicher Daten und Befragungen von Wirtschaftsführern. Kritiker betonen, dass der GCR nur eine sehr eingeschränkte Vorhersagekraft besitzt und empfehlen daher eine Modifikation des GCI.

Index für wirtschaftliche Freiheit

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Der Index für wirtschaftliche Freiheit ist ein volkswirtschaftlicher Indikator. Er wird seit 1995 jährlich durch die Heritage Foundation und das Wall Street Journal berechnet und dient der Beurteilung wirtschaftlicher Freiheit.

Haushaltsplan

Haushaltsplan

Der Haushaltsplan enthält alle für das nächste Haushaltsjahr von juristischen Personen des öffentlichen Rechts veranschlagten Haushaltseinnahmen und -ausgaben (Kameralistik) bzw. Erträge und Aufwendungen (Doppik) sowie Verpflichtungsermächtigungen, Planstellen und Stellen aller Verwaltungen sowie spezifische Haushaltsvermerke. Haushaltsführende Stellen wie Bund, Bundesländer, Gemeinden oder Gemeindeverbände, aber auch Anstalten des öffentlichen Rechts und Körperschaften des öffentlichen Rechts verwirklichen ihre kurzfristige Finanzplanung in einem Haushaltsplan.

Haushaltssaldo

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Haushaltssaldo ist die Differenz der Ausgaben und Einnahmen eines öffentlichen Haushalts mit Ausnahme der Nettokreditaufnahme.

Bruttoinlandsprodukt

Bruttoinlandsprodukt

Das Bruttoinlandsprodukt gibt den Gesamtwert aller Waren und Dienstleistungen an, die während eines Jahres innerhalb der Landesgrenzen einer Volkswirtschaft als Endprodukte hergestellt wurden, nach Abzug aller Vorleistungen. Im Jahr 2018 betrug das Bruttoinlandsprodukt der Bundesrepublik Deutschland 3.388 Mrd. Euro – also rund 3,4 Billionen Euro und damit 29 % des BIP der Eurozone oder 25 % des BIP der EU27.

Belgien

Belgien

Belgien ist ein föderaler Staat in Westeuropa. Es liegt zwischen der Nordsee und den Ardennen und grenzt an die Niederlande, Deutschland, Luxemburg und Frankreich. Belgien hatte im Jahr 2020 rund 11,6 Millionen Einwohner auf einer Fläche von 30.688 Quadratkilometern. Mit 378 Einwohnern pro Quadratkilometer zählt Belgien zu den am dichtesten besiedelten Staaten. Zum Vergleich: Belgien hat so etwas mehr Einwohner als das deutsche Bundesland Baden-Württemberg auf einer Fläche, die etwas größer als die Fläche des Bundeslandes Brandenburgs ist oder etwa 6/7 der Fläche des Bundeslandes Baden-Württembergs entspricht. Auch ist Belgien ein wenig dichter als Baden-Württemberg besiedelt. Der Grad der Urbanisierung Belgiens ist mit fast 98 Prozent der höchste in Europa. Brüssel ist die Hauptstadt und Sitz der belgischen Königsfamilie sowie Zentrum der größten Agglomeration. Die bevölkerungsreichste Stadt ist Antwerpen, gefolgt von Gent, Charleroi, Lüttich (Liège), Brüssel, Brügge (Brugge), Namur und Löwen.

Italien

Italien

Italien ist ein Staat in Südeuropa. Die Hauptstadt ist Rom.

Japan

Japan

Japan ist ein 6852 Inseln umfassender ostasiatischer Staat im Pazifik, der indirekt im Norden und Nordwesten an Russland, im Westen an Nord- und Südkorea und im Südwesten an Taiwan und China grenzt und flächenmäßig der viertgrößte Inselstaat der Welt ist. De-facto-Hauptstadt und größte urbane Siedlung ist das als politische Einheit im Zweiten Weltkrieg abgeschaffte Tokio; de jure existiert ein „Hauptstadtgebiet“ aus acht Präfekturen inklusive Tokio.

Schiffbau

Schiffbau

Als Schiffbau bezeichnet man die Ingenieurwissenschaft, die sich mit der Entwicklung von Schiffen befasst, sowie den Industriezweig, der Schiffe fertigt und repariert.

Export

Export

Export ist im Außenhandel der grenzüberschreitende Verkauf von Gütern oder Dienstleistungen aus dem Inland in das Ausland. Gegensatz ist der Import.

Eisenerz

Eisenerz

Eisenerze sind Gemenge aus natürlich vorkommenden chemischen Verbindungen des Eisens und nicht- oder kaum eisenhaltigem Gestein. Die natürlichen Eisenverbindungen werden Eisenerzminerale genannt, das übrige Gestein Gangart oder taubes Gestein. Die Eisenerzminerale sind bei den wirtschaftlich bedeutenden Lagerstätten meist Eisenoxide oder Eisencarbonate (Siderit). In geringen Mengen werden auch Eisenerze abgebaut und verhüttet, in denen das Eisen mit Schwefel oder anderen Elementen verbunden ist.

Handelsflagge

Handelsflagge

Als Handelsflagge wird die Flagge bezeichnet, die von Handelsschiffen und anderen Schiffen im privaten Besitz als Nationalflagge gehisst wird. Eine veraltete Bezeichnung für die Handelsflagge ist Kauffahrteiflagge.

Verkehr und Infrastruktur

Statistische Daten zum Verkehr[97]
Verkehrssystem Rechtsverkehr
Anzahl privater PKW
je 1000 Einwohner
3
Asphaltierte Straßen 657 km
Autobahnen 0 km
Ausgebaute Kanäle
und Wasserstraßen
0 km
Eisenbahnstrecken
in Betrieb
480 km

Straßennetz

Liberias Schienenstrecken
Liberias Schienenstrecken

Das liberianische Straßennetz ist aufgrund der topographischen und klimatischen Bedingungen starken Belastungen ausgesetzt. Im Umkreis der Verwaltungszentren und Städte bestehen asphaltierte Straßen, die Mehrzahl der Ortsverbindungsstraßen sind Naturstraßen und Pisten. In der Regenzeit bricht der Straßenverkehr wegen Unbefahrbarkeit der Straßen zusammen.[113] Die ersten Automobile, Fahrzeuge der Briten, gelangten bereits um 1910 in das Land. Als Konsequenz mussten umgehend eine Straßenverkehrsordnung erlassen und erste Verkehrspolizisten in der Hauptstadt postiert werden. Im Land gilt der Rechtsverkehr. Zu dieser Zeit bestand in Monrovia kurzzeitig eine schienengebundene Pferdebahnlinie, die sich aber nicht zu rentieren schien.[114]

Der Dakar-Lagos-Highway ist die wichtigste Fernstraße und Landverbindung zu den westafrikanischen Nachbarstaaten. Die Straße ist jedoch in Liberia nur rudimentär ausgebaut; ein etwa 100 Kilometer langer Abschnitt (Ganta-Tappita-Tobli-Grenze zur Elfenbeinküste) fehlt.

Piste in Lofa County, Liberia, 1983
Piste in Lofa County, Liberia, 1983

Von Monrovias zentralem Busdepot bei Wood Camp bestanden früher tägliche Busverbindungen in alle District-Hauptstädte. Für Touristen wurde ein moderner Reisebus für Stadtrundfahrten angeboten. Jetzt bedienen unzählige Taxibetriebe die Innenstadt Monrovias. Als Geschenk der chinesischen Regierung gibt es einige Busse, die völlig überfüllt wenige Linien bedienen. Seit 2011 bieten auch Tausende von Motorrädern chinesischer Billigmarken Personentransporte an, sind jedoch teurer und gefährlicher.[8]

Liberia hatte die weltweit vierthöchste Anzahl an tödlichen Verkehrsunfällen in Relation zur Einwohnerzahl. 2013 starben 1448 Personen im Straßenverkehr.[115]

Schienennetz

Gegenwärtig hat Liberia kein eigentliches Schienennetz. Es existieren lediglich drei von der Küste ins Binnenland führende Eisenbahnstrecken, zwischen denen keine Querverbindungen betrieben werden, von denen die Bahnstrecke Yekepa–Buchanan die längste ist.

Die Mehrzahl der Bergbaugebiete befindet sich im nördlichen Grenzgebiet; der Abtransport der Erze wurde über eine von der Hafenstadt Harper ausgehenden Bahnstrecke realisiert. Das Schienennetz wurde im Bürgerkrieg streckenweise unterbrochen und der Bahnbetrieb musste wegen fehlender Rentabilität eingestellt werden. Inzwischen arbeiten chinesische Bautrupps an einer Erneuerung der Anlagen, da das Land an der weiteren Erschließung der Bodenschätze interessiert ist. Die gegenwärtig wieder in Betrieb genommenen Streckenabschnitte ermöglichen schon wieder den Transport von Tropenholz und bieten auch in beschränktem Umfang Transportmöglichkeiten für Jeeps und Kleinkraftwagen an. Im Sommer 2010 wurden zudem Pläne einer brasilianischen Minengesellschaft bekannt, eine völlig neue Bahnstrecke und einen Erzhafen anzulegen, um ein guineisches Bergbaugebiet ausbauen zu können.[8][116]

Luftverkehr

Roberts International Airport
Roberts International Airport

Direkte Flüge von und nach Europa werden zurzeit (2014) von Brussels Airlines, Gambia Bird (nach London Gatwick) sowie British Airways angeboten sowie seit 2011 von Royal Air Maroc.[117] Mit dem Sommerflugplan 2011 fliegt auch die französische Air France-KLM Monrovia wieder an.[118] Es bestehen weiterhin Verbindungen zu benachbarten westafrikanischen Hauptstädten, die von afrikanischen Fluggesellschaften angeboten werden.[10] Im Gegensatz zur Handelsflotte gehören die liberianischen Fluggesellschaften zu den unsichersten der Welt. Liberia ist eines von nur sechs Ländern weltweit, aus denen kein einziges Luftfahrtunternehmen den Luftraum der EU benutzen darf oder gar innerhalb der EU landen darf.[119]

Es existieren gegenwärtig zwei größere Flughäfen in Liberia, der Roberts International Airport und der kleinere Spriggs Payne Airport. Beide haben eine Asphaltpiste. Weiterhin gibt es 51 unbefestigte Flugplätze, von denen keiner eine Länge von mehr als 2500 m hat. Diese können wegen der überwuchernden Vegetation nahezu nirgends genutzt werden und sind auch von der Regierung gesperrt.[Anmerkung 10]

Schifffahrt

Küstenschifffahrt

Die wichtigsten Städte Liberias befinden sich an der Küste und besitzen Häfen oder Ankerplätze. Die Küstenschifffahrt bietet oft eine Alternative zum schlecht ausgebauten Straßennetz. Die Befahrbarkeit der Flüsse ist dagegen wegen zahlloser Stromschnellen und Untiefen nur auf küstennahe Abschnitte beschränkt.

Hochseeschifffahrt

Staat Schiffe
(Anzahl)
Tonnage
(in Mio. BRT)
Rang[120]
Panama 5704 140.120 01
Liberia 1560 058.134 02
Griechenland 1110 030.774 03
Volksrepublik China 2326 021.139 09
Deutschland 0473 011.276 15
Daten aus dem Jahr 2008

Viele Schifffahrtsgesellschaften fahren unter liberianischer Flagge, was vor allem an den niedrigen Kosten (keine Steuern über die Gebühren für die Registrierung hinaus) und der Verschwiegenheit der Behörden liegt. Dadurch hat Liberia, an Bruttoregistertonnen gemessen, die zweitgrößte Flotte der Welt. 2020 waren es schon etwa 4600 registrierte Schiffe.[121]

Die liberianische Flotte ist inzwischen zudem eine der sichersten; in den maßgeblichen Ranglisten der Hafenstaatenkontrollen (U.S. Coast Guard, Paris MOU, Tokyo MOU) nimmt die Flotte Liberias seit längerem einen Spitzenplatz ein. Der Sitz des Registers ist New York. Liberia verfügt über fünf Häfen; der Freeport Monrovia ist der größte Handelshafen des Landes und wurde im Zweiten Weltkrieg mit amerikanischer Unterstützung errichtet.

Telekommunikation

Die staatliche liberianische Telekommunikationsbehörde hat ein Festnetz aufgebaut, das aber als sehr störanfällig gilt. Inzwischen ist fast das ganze Land durch Mobilfunknetze abgedeckt. In allen größeren Städten wurden Internetcafés eröffnet, die Übertragungsgeschwindigkeit ist jedoch extrem gering. Äußerst selten noch sieht man in den Straßen immer noch kleine Holzhäuser, in denen ein öffentlicher Telefonanschluss verlegt ist und ein Betreiber beinahe Tag und Nacht gegen Entgelt anbietet, Verbindungen herzustellen oder Anrufe entgegenzunehmen.[8][Anmerkung 11]

Energieversorgung

Mit dem Aufbau des Energieversorgungsnetzes in Liberia wurde in den 1940er Jahren begonnen. Es blieb zunächst auf die Küstenregion beschränkt, wo die Industrie- und Hafenanlagen, Verwaltungs- und Handelseinrichtungen, Krankenhäuser und Hotels als verlässliche Abnehmer vorhanden waren. Die landwirtschaftlichen Regionen im Hinterland waren nur punktuell an das Stromnetz angeschlossen. Die bisher größte Investition in das Energienetz stellte der Bau des Mount-Coffee-Staudamm dar. Dieses Wasserkraftwerk wurde 1966 in Betrieb genommen, aber noch 1990 im Bürgerkrieg zerstört.[Anmerkung 12] Bereits Mitte der 1970er Jahre wurde das Kraftwerk auf vier Generatoren erweitert und die veralteten Übertragungsleitungen ersetzt. Dieses steht seit Jahren defekt still.[122] Wer es sich von der Bevölkerung leisten kann, kauft sich winzige bis mittelgroße Klein-Generatoren für sein Privathaus oder Geschäft. Es gibt im ganzen Land seit Kriegsende kein kommunales Stromnetz mehr. Selbst Regierungsgebäude benutzen eigene Anlagen, die nur das jeweilige Haus versorgen.

2005 wurden 320.000.000 kWh elektrische Energie erzeugt, was weniger als der Hälfte der Energieproduktion von vor 20 Jahren entspricht.[123] Die Infrastruktur wurde während des Bürgerkrieges beschädigt und der Neubau verzögerte sich. Mit Unterstützung aus dem Ausland gelang es das Kraftwerk des Mount-Coffee-Staudamms Ende 2016 wieder in Betrieb zu nehmen.[124]

Abfallentsorgung

Zu den größten Problemen Liberias gehört die fehlende Infrastruktur zur Abfallbeseitigung. Selbst in der Metropolregion Monrovias sind zusammen nur acht Mülltransporter vorhanden. Eine kontrollierte Deponierung der Siedlungsabfälle erfolgt seit Frühjahr 2012 in den Hauptstraßen Monrovias.[Anmerkung 13] Ein zweiter Aspekt dieses Problems sind die enormen Niederschläge: Das Regenwasser wird in den Müllhaufen kontaminiert und verteilt sich und Teile des Abfalls in der Innenstadt. Durch die fehlenden sanitären Voraussetzungen ist der Ausbruch von Infektionskrankheiten und Seuchen abzusehen.[125]

Gesundheitswesen

Statistische Daten
Gesundheitsausgaben
je Einwohner (2016)
45 US $[126]
Gesundheitsausgaben
in % am BIP
6,7 %

[127]

Medizinische Versorgung
Einwohner je Arzt
9350[128]
Kindersterblichkeit
auf 1000 Lebendgeburten (2019)
85[129]
Säuglingssterblichkeit
auf 1000 Lebendgeburten (2019)
62[129]
Müttersterblichkeit
auf 1000 Lebendgeburten
0.994[128]
HIV-Infizierte
aller erwachsenen Einwohner
6,9 %[130]
Ebolavirus-Infizierte
aller Einwohner
0,173 %[131]

Aufgrund der schlechten Infrastruktur und fehlender finanzieller Mittel fehlt es im Gesundheitssystem an qualifiziertem Personal, Medikamenten und medizinischem Gerät – insbesondere in den ländlichen Regionen. Die medizinische Versorgung ist selbst in der Hauptstadt Monrovia auf niedrigstem Niveau. Apotheken sind zwar weit verbreitet, die Qualität der angebotenen Medikamente ist jedoch manchmal zweifelhaft.[10] Rund drei Viertel aller medizinischen Einrichtungen werden von – zumeist ausländischen – Nichtregierungsorganisationen betrieben. Ein Problem stellt zudem die Korruption im Gesundheitswesen dar.[132] Der Gesundheitszustand der Menschen ist daher eher schlecht und die durchschnittliche Lebenserwartung mit 63 Jahren gering. Zu den häufigsten Todesursachen zählen Malaria, Durchfallerkrankungen und Atemwegsinfektionen.

Die Säuglingssterblichkeitsrate lag 1991 mit über 17,7 % weit über den vergleichbaren Zahlen aus anderen afrikanischen Staaten, hat sich jedoch bis 2019 auf 6,2 % reduziert. Die Kindersterblichkeit ist von 26,5 % im Jahre 1991 auf 8,5 % im Jahr 2019 zurückgegangen.[129]

Die HIV-Quote liegt bei geschätzten 1,9 Prozent (2019). Damit liegt sie über dem internationalen Durchschnitt von ca. einem Prozent, aber Liberia gehört damit nicht zu den Hochprävalenzländern. Im Alltag leiden HIV-infizierte Menschen unter starker Stigmatisierung und der Zugang zu HIV-spezifischer Gesundheitsversorgung

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) weist auf ihren Informationsseiten zu Liberia auf gesundheitliche Risiken hin. Liberia gilt als ein Hochrisikogebiet für verschiedene Krankheiten.[128] Häufig auftretende Tropenkrankheiten sind Gelbfieber, Cholera und Dengue-Fieber.[128] Malaria ist ganzjährig und in allen Landesteilen ein Problem, für die meisten Krankheitsfälle ist die gefährliche Malaria tropica verantwortlich. Medikamente zur Malariaprophylaxe sind in vielen Apotheken erhältlich, wobei vor allem die von Indern betriebenen eine mit westlichem Standard vergleichbare Auswahl und auch Qualität anbieten.

Ab Anfang 2014 breitete sich in Sierra Leone, Liberia und Guinea das tödliche Ebolavirus massiv aus. Es handelte sich um die größte Ebolafieber-Epidemie seit Entdeckung des Virus im Jahr 1976. Während der schweren Epidemie starben über 11.000 Menschen.[133] Nach Aussage der dort im Einsatz befindlichen Ärzte ohne Grenzen war die Epidemie seit Juni 2014 außer Kontrolle geraten.[134] Seit 2016 gilt in Liberia Ebola als ausgerottet.[135] Das ist unter anderem der Öffentlichkeitsarbeit der damals noch amtierenden Präsidentin und starker internationaler Hilfe zu verdanken.

Schwerpunkte der gegenwärtigen Gesundheitspolitik der WHO in Liberia sind die Verbesserung der medizinischen Infrastruktur. 250 Anlagen (einschließlich Krankenhäuser, Gesundheitszentren und Kliniken) wurden entweder saniert oder neu aufgebaut. So wurde 2011 in der Stadt Tapeta im Nimba County von der chinesischen Regierung ein großes Krankenhaus selbst mit Computertomographie errichtet, wofür aber noch das nötige Fachpersonal fehlt.[128][Anmerkung 14] Zudem sind viele Geräte defekt und wegen häufiger Korruption wird nicht repariert. Unterernährung ist immer noch verbreitet; sie trifft hauptsächlich Frauen und Kinder. 2018 galten 37,5 % der Bevölkerung als unterernährt.[136]

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Automobil

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Ein Automobil, kurz Auto, ist ein mehrspuriges Kraftfahrzeug, das zur Beförderung von Personen oder Frachtgütern dient. Umgangssprachlich – und auch in diesem Artikel – werden mit dem Begriff Auto meist Fahrzeuge bezeichnet, deren Bauart überwiegend zur Personenbeförderung bestimmt ist und die mit einem Automobil-Führerschein auf öffentlichem Verkehrsgrund geführt werden dürfen.

Dakar-Lagos-Highway

Dakar-Lagos-Highway

Der Dakar-Lagos-Highway ist ein internationales Fernstraßenprojekt, das zwölf westafrikanische Staaten von Mauretanien im Nordwesten der Region bis nach Nigeria im Osten miteinander verbindet, einschließlich zweier Zubringerstraßen in Länder ohne Meerzugang, Mali und Burkina Faso.

Eisenbahnstrecke

Eisenbahnstrecke

Eisenbahnstrecke wird die Verbindung von Orten mit einem Schienenweg genannt. Im Gegensatz dazu bezeichnet der Begriff (Eisen-)Bahnlinie den auf diesen Strecken regelmäßig stattfindenden Verkehr. So können auf einer Strecke mehrere Bahnlinien oder eine Bahnlinie auf mehreren Strecken verkehren. Eisenbahnstrecken dienen sowohl dem Personen- als auch dem Güterverkehr.

Bahnstrecke Yekepa–Buchanan

Bahnstrecke Yekepa–Buchanan

Die Bahnstrecke Yekepa–Buchanan ist eine Eisenbahnstrecke in Liberia. Sie führt von Yekepa bis zur Hafenstadt Buchanan. Die Normalspur-Strecke ist nicht elektrifiziert und eingleisig.

Bergbau

Bergbau

Der Bergbau ist ein zur Urproduktion gehörender Wirtschaftssektor, der sich mit dem Abbau, der Aufsuchung, Exploration und der Gewinnung von Bodenschätzen und Rohstoffen aus der oberen Erdkruste befasst.

Erz

Erz

Erz ist in der Erdkruste vorkommendes Metall/Mineralgemisch. Erze werden bergmännisch abgebaut, um die darin enthaltenen Metalle zu gewinnen. Erze sind Grund- oder Rohstoffe.

Europa

Europa

Europa ist ein Erdteil, der sich über das westliche Fünftel der eurasischen Landmasse erstreckt. Obwohl es geographisch gesehen nur ein Subkontinent ist, der mit Asien zusammen den Kontinent Eurasien bildet, wird es historisch und kulturell begründet oft als eigenständiger Kontinent betrachtet. Der Begriff „Europa“ ist also nicht rein geographisch definiert, sondern bezieht sich auch auf historische, kulturelle, politische, wirtschaftliche, rechtliche, ideelle Aspekte.

Brussels Airlines

Brussels Airlines

Brussels Airlines ist eine belgische Fluggesellschaft mit Sitz in Brüssel und Basis auf dem Flughafen Brüssel-Zaventem. Sie ist ein Tochterunternehmen der Deutschen Lufthansa AG und Mitglied der Luftfahrtallianz Star Alliance.

Air France

Air France

Die Air France mit Sitz in Roissy-Charles de Gaulle Cedex ist die nationale Fluggesellschaft Frankreichs. Sie ist Gründungsmitglied der Luftfahrtallianz SkyTeam und wird gemeinsam mit der niederländischen KLM Royal Dutch Airlines von der börsennotierten Air France-KLM gehalten. Ihre Drehkreuze befinden sich am Flughafen Paris-Charles-de-Gaulle und am Flughafen Paris-Orly.

Flughafen Monrovia

Flughafen Monrovia

Der Flughafen Monrovia ist der größte Flugplatz Liberias und liegt am Südrand der Stadt Harbel, etwa 20 Kilometer östlich der Hauptstadt Monrovia. Er ist nach Joseph Jenkins Roberts benannt, dem ersten Präsidenten Liberias. Der zweite Flughafen Monrovias ist der Flughafen Monrovia-Spriggs Payne.

Flughafen Monrovia-Spriggs Payne

Flughafen Monrovia-Spriggs Payne

Der Flughafen Monrovia-Spriggs Payne ist der zweitgrößte Flugplatz von Monrovia, Hauptstadt der westafrikanischen Republik Liberia und liegt verkehrsgünstig im südöstlichen Stadtteil Congotown. Der Flugplatz wurde in der Regierungszeit des Präsidenten William S. Tubman errichtet und nach dem vierten Präsidenten Liberias, James Spriggs Payne, benannt. Der größte Flughafen des Landes ist der Roberts International Airport Monrovia.

Asphalt

Asphalt

Asphalt ist eine natürliche oder technisch hergestellte Mischung aus dem Bindemittel Bitumen und Gesteinskörnungen, die im Straßenbau für Fahrbahnbefestigungen, im Hochbau für Bodenbeläge, im Wasserbau und seltener im Deponiebau zur Abdichtung verwendet wird. Aus technischen und wirtschaftlichen Gründen sind Asphaltbefestigungen in verschiedenartige Schichten unterteilt. Hierbei werden Asphalttrag-, Asphaltbinder- und Asphaltdeckschichten unterschieden. Je nach Dicke und Lage liefern sie ihren Anteil zur Tragfähigkeit der Gesamtkonstruktion, sofern alle Schichten zu einem kompakten Baukörper verbunden sind. Asphalt verhält sich chemisch nahezu inert und weist ein thermoplastisches Verhalten auf.

Kultur

Riten und Bräuche

Gruppe junger Frauen in Festtracht, ethnologische Sammlung (um 1910)
Gruppe junger Frauen in Festtracht, ethnologische Sammlung (um 1910)

Der Gedanke an die Geister der Ahnen, der Verstorbenen, an Idole und Amulette spielt bei den Völkern der westafrikanischen Küste eine große Rolle. Gesang, Masken und Maskentänze werden bei allen Zeremonien genutzt. Sie dienen den Medizinmännern bei ihren Beschwörungszeremonien, um den Kranken in starkem Maße psychologisch zu beeinflussen. Die afrikanischen Religionen bilden den Hintergrund für die Einordnung der Heilkunde und Heilmethoden als magische Praktiken und realer Erfahrungsschatz. Alle wichtigen Lebensetappen – Geburt, Geschlechtsreife, Hochzeit, Krankheit, Tod –, aber auch praktische Tätigkeiten wie Jagen und Fischen, Herstellung von Waffen und Werkzeugen waren mit Magie verbunden.[8][137][138] Zum Leben der Volksgruppen gehört noch immer die Zugehörigkeit und die Ausübung bestimmter Rituale in Geheimbünden, wie dem Poro.

Liberianische Literatur

Tänzerin in Liberia
Tänzerin in Liberia

Das Wissen und die Geschichte der indigenen Völker wurde über Jahrhunderte in Form der Oralliteratur bewahrt und weitergegeben. Auch in den liberianischen Völkern lebten als Storyteller verehrte Männer, die auswendig gelernte Texte und Neuigkeiten aus den zuvor besuchten Orten verbreiteten. Diese hoch angesehenen Männer reproduzierten ihre Texte, verfeinert durch Gestik, Musik, Tanz und pantomimische Ausdrucksformen, als Mythen, Märchen, Fabeln und Lieder bei Dorffesten, Hochzeiten, Entbindungen, Heilungszeremonien, Totenfeiern oder während der Durchreise und erhielten dafür Unterkunft, Speise und Trank.[139]

  • Als bekanntester liberianischer Schriftsteller gilt Wilton G. S. Sankawulo, der auch eine Zeit Präsident Liberias war. Sankawulo gehörte zum Volk der Kpelle und übersetzte die Bibel in diese Sprache. Er sammelte und publizierte Märchen und Fabeln seiner Heimat (beispielsweise: Marriage of Wisdom and Other Tales from Liberia), schrieb zahlreiche Abhandlungen und Erzählungen und wirkte mehrere Jahrzehnte als Hochschullehrer für Literatur und Englisch. Sein letzter Roman Sundown at Dawn: A Liberian Odyssey erschien 2005.[140]
  • Aus der liberianischen Literaturszene stammt der in die USA ausgewanderte Lyriker und Autor Melvin Beaunorus Tolson, der sich in New York der Harlem group of Negro writers anschloss. Eine Sammlung von Gedichten erschien 1950 unter dem Titel Libretto for the Republic of Liberia.[141]
  • Zu den Buchempfehlungen der New York Times und der Washington Post des Jahres 2008 gehört die autobiographische Erzählung The House at Sugar Beach der in Monrovia geborenen Journalistin Helene Cooper. Die Autorin gehört zur ethnischen Gruppe der Congo.

Eine Bewältigung der jüngsten Geschichte mit den traumatischen Erfahrungen des Bürgerkrieges enthalten zahlreiche Werke junger Schriftsteller und Lyriker, von denen etliche in den 1990er Jahren ins Exil gingen, so auch Patricia Jabbeh Wesley.[142]

  • Lynda Schuster: The final Days of Dr. Doe. 1994.
  • Patricia Jabbeh Wesley: Before the Palm Could Bloom: Poems of Africa. In: New Issues Poetry & Prose. 1998.
  • Patricia Jabbeh Wesley: Where the Road Turns. 2007.

In den 1930er Jahren bereiste der britische Schriftsteller Graham Greene Westafrika und schilderte seine Erlebnisse in der 1936 erschienenen Reportage Journey without Maps. Zu den bemerkenswertesten Erlebnissen dieser Reise gehörte sein Zusammentreffen mit dem damaligen Chef der liberianischen Grenzschützer, Colonel Elwood Davis. Dieser hatte im Auftrag der Regierung mit roher Gewalt die Aufstände verschiedener Volksgruppen niedergeschlagen und herrschte danach noch einige Jahre in der Region Grand Bassa als Archetypus eines gesetzlosen Warlords.

Musik und Tanz

Traditionelle Musik und Tanz

Tänze sind in weiten Teilen Afrikas integraler Bestandteil des täglichen Lebens und für die Menschen wichtige kulturelle Ausdrucksform, aber auch selbstverständliche Verbindung zu den Ahnen und deren Seelen. An den Tänzen ist die ganze (Dorf-)Gemeinschaft beteiligt; es gibt zwar Tänzer und Nicht-Tänzer, diese erfüllen jedoch auch eine wichtige Funktion. Die traditionellen Tänze werden auch zunehmend bei staatlichen Feiertagen oder als folkloristisches Element aufgeführt, die Gefahr einer Verfremdung und Verflachung nimmt damit zu.[8][137]

In der Musik werden eine Vielzahl von Trommeln, Rasseln und Perkussionsinstrumenten verwendet. Besonders beliebt und weitverbreitet, weil auch billig, ist die sasa, eine Kalebassenrassel, die mit einem Netz mit Schlagkügelchen umgeben ist. Traditionelle Instrumente sind auch Xylophone, Schlitztrommeln, Saiteninstrumente (Rahmenzither, Pluriarc und Musikbogen), kleine Glocken und quer geblasene Hörner (túru) aus Holz und Tierhorn oder Elfenbeintrompeten.[143]

Cape-Palmas Military Band

Auf Wunsch des Präsidenten Tubman wurde 1963 die Cape-Palmas Military Band gegründet. Sie war für die musikalische Ausgestaltung von Militärparaden und Staatsbesuchen zuständig und wurde bei staatlichen Feiertagen und Festveranstaltungen eingesetzt. Die Militärkapelle verfügte über ein hohes musikalisches Können.

Aktuelle Musikszene

Die aktuelle liberianische Musikszene orientiert sich seit den 1980er Jahren verstärkt an westlichen Vorbildern und hat sowohl Einflüsse von Reggae und Hip-Hop als auch westafrikanische Ethnomusik als Vorbilder. Eine Besonderheit stellte der Stimmimitator und in Chinesisch singende Entertainer Emmanuel Uwechue dar.[144] Der wohl bekannteste traditionelle Sänger Liberias ist Sundaygar Dear Boy, der meist in der Landessprache Bassa singt.

Bildende Kunst

Das Cavallabecken im westlichen Liberia ist seit Jahrhunderten die Heimat kunstbegabter Holzschnitzer, die sich auf die Anfertigung von rituellen Masken, Talismanen und Figuren sowie kleinformatigen Möbelstücken spezialisiert haben. Zahlreiche europäische Museen besitzen umfangreiche Kunstsammlungen mit Artefakten der Region. Die Masken haben kultisch-rituelle Bedeutung, waren aber auch als Statussymbol in Gebrauch. Nach einer bereits in den 1930er Jahren begonnenen Studie des deutsch-schweizerischen Völkerkundlers Eberhard Fischer vom Museum Rietberg in Zürich kommen in diesem Gebiet Westafrikas etwa 140 Typen von Masken vor, deren Symbolik und Verbreitung er untersuchen konnte.[8][137][138]

Architektur

Die traditionelle Bauweise der indigenen Bevölkerungsgruppe hat sich über Jahrhunderte an die Lebensbedingungen im tropischen Regenwald und der Savanne angepasst und besteht aus einfachen, mit Blätterdach gedeckten Holzhütten oder aus Lehmhäusern mit Strohdach in den Savannen. Von Volksgruppe zu Volksgruppe unterschiedlich sind Schmuckformen – beispielsweise schnitzwerkverzierte Balken, auch das Mobiliar wird oft kunstvoll verziert.[8]

Das in der Regenwaldregion dominierende „Firstdachhaus“ besitzt eine Länge von 4 bis 5 Metern und einen Innenraum von etwa 20 Quadratmetern. Das zum Hausbau benötigte Material wird aus der unmittelbaren Umgebung des Siedlungsplatzes bezogen und besteht aus vegetabilen Baustoffen, beispielsweise geflochtenen Matten, Palmblättern, Reisig und Stroh sowie bearbeiteten Hölzern für die tragenden Ständerkonstruktionen.[145] Die Standzeit der Häuser ist wegen der verwendeten Baumaterialien begrenzt und setzt häufige Instandhaltungsarbeiten voraus. Palmblattdächer müssen im Turnus von drei Jahren neu gedeckt werden. Deshalb sind Wellblechdächer immer mehr im Kommen, jedoch für viele Familien zu teuer.

Die Hausarchitektur der Savannenregion hat das zylindrische Rundhaus übernommen, das überwiegend aus Lehm erbaut wird. Die Errichtung dieser Gebäude ist aufwändiger und setzt meist die Mithilfe des Familienclans oder der Dorfbevölkerung voraus. Diese Häuser besitzen einen Durchmesser von drei bis fünf Metern und somit eine nutzbare Fläche von maximal etwa 20 Quadratmetern.[146]

Sonderformen der Architektur stellen die von den Muslimen errichteten Moscheen und verschiedentlich errichtete Palastbauten dar.[147]

Die nach Afrika eingewanderten ehemaligen Sklaven wollten diese traditionellen Hausformen nicht übernehmen und kopierten die in den Südstaaten der USA populäre Architektur. Eine geringe Zahl von Regierungs- und Verwaltungsgebäude blieben aus dieser Zeit erhalten.[148][149]

Bereits um 1900 begann als Ergebnis der fortschreitenden Missionierung ein reger Bau von Kirchengebäuden. Hierbei wurde die Ziegelsteinbauweise bevorzugt und man orientierte sich an der traditionellen europäischen (neoromanischen und neogotischen) Architektur. In den entstehenden Städten und größeren Siedlungen wurden nur wenige Steingebäude errichtet, da Holz in großer Vielfalt und preiswert verfügbar war.

Ein deutlicher Wandel im Baustil der europäisch geprägten Architektur – sogenannte „Kolonialstilbauten“ – fand nach dem Ersten Weltkrieg statt. Billige Industriebaumaterialien – vor allem das Wellblech – verdrängten die bisherigen Naturbaustoffe und wurden zum Statussymbol des modernen Bauens. Heute sind sie entwertet und Synonym für die Slum-Architektur der Townships.[147] Heute versucht nahezu jeder, der es finanziell ermöglichen kann, Wellblechplatten (zinc) für sein Dach in unterschiedlicher Qualität zu verwenden, da dieses nicht wie die Naturdächer alle drei Jahre gewechselt werden muss.

Zu den bemerkenswertesten Gebäuden in der Altstadt Monrovias zählt der Masonic Temple, das Haus der liberianischen Freimaurerloge – heute eine von Obdachlosen bewohnte Ruine.

Anfang der 1950er Jahre erhielt eine Gruppe junger afroamerikanischer Architekten aus den Südstaaten der USA, darunter Henry Clifford Boles, einen Lehrauftrag an der neu gegründeten Universität of Liberia im Fach Architektur und Städtebau.[Anmerkung 15] Ihre Aufgabe bestand neben der Lehrausbildung einheimischer Architekten auch in der Planung von mehreren Mustergebäuden, die als amerikanische Entwicklungshilfe angesehen wurden: Die Monrovia Elementary School (1954) und das gleichfalls in Monrovia errichtete Bürogebäude Mines and Geology Office of Liberia (1955) ebenfalls entsprachen dem amerikanischen Baustandard.[150][Anmerkung 16]


Küche

Die traditionelle Küche Liberias basiert auf der westafrikanischen Küche und bietet ein reichhaltiges, abwechslungsreiches Nahrungsangebot, zu dem neben Gemüsen und Früchten auch Reis, Mais und Hirse als Grundlage gehören. Fisch und Fleisch (von Ziegen, Rindern, Geflügel, auch Wild) werden vor der Verwendung durch Räuchern haltbar gemacht, in der Regel wird aber schlachtfrisches Fleisch verwendet. Als Getränk ist Wasser gebräuchlich, bei Festen wird Ingwerbier, Palmwein und Rum gereicht. Durch den Einfluss der Anglo-Liberianer wurden auch neue Speisen und Rezepte übernommen, zu denen auch die Kartoffel zählt.[Anmerkung 17]

Landestypische Speisen sind: Cassava (Maniok) in unterschiedlichsten Zubereitungsvarianten, Kochbananen, genannt Plantains, Reis, Mais, Eintopfgerichte mit Kohl, Fufu und Palava Sauce.[151] Nun nach dem Krieg kauft die Bevölkerung kaum den besseren, aber teuren Country Rice aus dem eigenen Land, sondern aus Asien importierten Broken Rice.

Kleidung

Junge Bundu-Frauen(völkerkundliche Sammlung von 1912)
Junge Bundu-Frauen
(völkerkundliche Sammlung von 1912)

Die „traditionelle liberianische Kleidung“ gibt es nicht: Kleidung variiert nicht nur mit dem Geschlecht und Alter des Trägers, sondern wird auch von seiner sozialen und wirtschaftlichen Situation bestimmt. Spezielle Kleidung für die Teilnahme an Zeremonien und Ritualen hat sich schon in vorgeschichtlicher Zeit herausgebildet. Die heute bevorzugte Kleidung ist durch Einflüsse der westlichen und muslimischen Moralvorstellungen entstanden; afrikanische Vorstellungen werden bei der Textilherstellung in Muster und Farbigkeit beachtet. Während der Kolonialisierung Afrikas wurden erstmals Kleidungsstile übernommen – zunächst waren es Uniformen der Soldaten und Matrosen. In den Städten und auf den küstennahen Plantagen wurde der Einfluss der europäischen und amerikanischen Mode fühlbar, man importierte entsprechende Kleidung als Statussymbole (dunkle oder helle Anzüge, Amtsroben, auch Schuhwerk). Die heutige Kleidung ist auch stark durch Milieu-Zugehörigkeit geprägt. Bei den Jugendlichen bevorzugen bestimmte ländliche Gruppen eine militärisch anmutende Kleidung, die städtische Jugend ist an europäischen Jeans- und T-Shirts als Statussymbolen interessiert.[152]

Besonders im Landesinnern gilt es als Traditionsbruch, wenn die Frauen nicht den Wickelrock, genannt Lappa, tragen. Am Muster des Lappa kann eine Frau die Herkunft ihrer Trägerin erkennen.

Medien

Zeitungen und Journale[153]
Analyst Webseite
Heritage Webseite
Inquirer Webseite
Liberian Journal Webseite
Liberian Observer Webseite
In Profile daily Webseite

Die Nichtregierungsorganisation Reporter ohne Grenzen sieht in Liberia erkennbare Probleme für die Pressefreiheit.[154]

Die ersten internationalen Nachrichtenverbindungen waren zwei Seekabel, die deutsche und französische Kabelgesellschaften vor der Küste Westafrikas um das Jahr 1910 verlegten. Von der Station Monrovia aus wurden von der deutschen Betreibergesellschaft in den Folgejahren zwei weitere Kabel nach Togo, Kamerun und Namibia bzw. über Brasilien und Uruguay nach Argentinien verlegt. Auch Frankreich nutzte eigene, von Monrovia ausgehende Seekabel, um die zentralafrikanischen Kolonien zu erreichen. Schon im Ersten Weltkrieg trafen die ersten Funkgeräte ein; einen modernen Funktelegrafen erhielt die liberianische Regierung in den 1940er Jahren als Geschenk der USA. 1959 erhielten zwei liberianische Funkamateure die Lizenz für den Aufbau eines Mittel- und Kurzwellensenders in Paynesville mit einer maximalen Sendeleistung von 10 Kilowatt. Die Amateurfunk-Kennung des Senders war ELRS und wurde zum Synonym für den Liberianischen Rundfunk. Nach dem Testbetrieb wurde die Station 1960 verstaatlicht und diente als erstes elektronisches Massenmedium. Mit Unterstützung des Präsidenten Tubman wurde 1964 auch das erste Fernsehstudio Liberias eröffnet. Der staatliche Fernsehsender ELTV war zunächst nur in der Umgebung der Hauptstadt zu empfangen. Die Modernisierung der Sendetechnik erfolgte in den Folgejahren, cofinanziert durch japanische und amerikanische Staatsverträge. Seit den 1960er Jahren bestanden auch mehrere, von den Bergwerksgesellschaften betriebene Funkstationen, die als Zusatzprogramm Nachrichten und Unterhaltungsmusik, auch in den wichtigsten Landessprachen, sendeten. Erwähnt sei auch die Sendetechnik der Flughäfen und der Hafenbehörde von Monrovia und den anderen Hafenstädten des Landes, die jedoch ausschließlich der Kommunikation mit der liberianischen Handelsflotte und den ankommenden Schiffen (Seefunk) diente. Als Reaktion auf die Unabhängigkeitsbewegungen in den zerfallenden Kolonialreichen Afrikas installierte die USA bei Monrovia eine militärische Sendestation, die entsprechende Propagandasendungen von Voice of America in zahlreichen afrikanischen und europäischen Sprachen übertrug.

Radio ELWA in Monrovia ist der älteste christliche Rundfunksender Afrikas. Neben Englisch sendet die Radiostation in den Sprachen Grebo, Kru, Gola, Bassa, Kpelle, Kissi, Dan, Krahn und Loma. Der Sender wurde am 18. Januar 1954 in Betrieb genommen. Seit den 1980er Jahren besaßen auch andere Missionsstationen und die katholische Kirche in Monrovia eigene Sendestudios (Radio Veritas) und Frequenzen, um christlich-religiöse Inhalte in Radiosendungen zu verbreiten. Auch diese Sender wurden ein Opfer des Krieges. Inzwischen überträgt ein neuer Sender der katholischen Kirche auch Bildungs- und Informationsprogramme, da der Radioempfang in dem Land das zurzeit sicherste Medium darstellt.[55] Im Bürgerkrieg wurden alle liberianischen Sendestationen im Land von den Rebellen erobert und zerstört. Für eine Übergangszeit wird der Rundfunkempfang liberianischer Programme über Radio France Internationale und den BBC-Worldservice ermöglicht. Gegenwärtig arbeitet eine Gruppe von Nachrichtentechnikern und Redakteuren an einem Neustart des staatlichen Rundfunk und Fernsehprogramms und war schon erfolgreich.[155]

Durch ausländische Lizenzpartner besteht bereits ein erstes Privatfernsehen DC-TV; die Mehrzahl der Programme wird über Satellitenfernsehen empfangen.

Der liberianische Journalistenverband Press Union of Liberia (PUL) bemüht sich um eine sachliche, unparteiische Darstellung der Nachrichten und Ereignisse. Einer der beliebtesten Radiosender ist das private Star-Radio oder der Sender der UN, genannt UNMIL-Radio.

Im Jahr 2020 nutzten 25,6 Prozent der Einwohner Liberias das Internet.[156]

Sport

Liberia war mit der Teilnahme an den Olympischen Sommerspielen 2020 in Tokio insgesamt zum 14. Mal bei Olympischen Spielen vertreten. Die erste Teilnahme war 1956. Liberias Sportler – beispielsweise Kia Davis, Bobby Young und Abraham Morlu – sind besonders in der Leichtathletik erfolgreich.[157] Populärste Sportart ist Fußball, aber auch Basketball und zahlreiche andere Sportarten werden betrieben. In Monrovia befinden sich zwei neu erbaute Stadien; ansonsten ist keine nennenswerte sportliche Infrastruktur im Land vorhanden, die internationale Wettkampfbedingungen erfüllt. Die meisten international erfolgreichen liberianischen Sportler trainieren und leben im Ausland.[8] Außerdem gewann der Liberianer George Weah als bisher einziger Afrikaner die Auszeichnung zum Weltfußballer – dem Ballon d’Or.

Nationaldenkmäler

Präsidentenpalast in neuem Glanz
Präsidentenpalast in neuem Glanz

Als Nationaldenkmäler Liberias gelten:

Alle Bauwerke befinden sich in Monrovias Altstadt.

Feiertage

Liberia versteht sich als christliches Land; staatliche Feiertage entsprechen dem Vorbild der USA. Es werden neben den Nationalen Feiertagen auch die religiösen Feste des Islam und des Christentums gefeiert. Neben diesen Feiertagen werden religiöse, traditionelle und kulturelle Feste zu bestimmten Zeiten im Jahr gefeiert.[158]

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Ahnenkult

Ahnenkult

Ahnenkult oder Ahnenverehrung, auch Manismus genannt, ist ein Kult, bei dem tote Vorfahren (Ahnen) – genauer: ihre weiterbestehenden Geister – mit bestimmten Ritualen verehrt werden. Die Ahnen stehen entweder in direkter familiärer Linie oder waren Gründer oder Oberhaupt der Gruppe, der die Verehrenden angehören. Fast immer wird der Ahnenkult in Verbindung mit einer Opfergabe durchgeführt, beispielsweise einem Trank-, Speise-, Brand- oder Kleidungsopfer; in manchen Kulturen konnten auch Menschenopfer dazu gehören.

Abgott

Abgott

Abgott bezeichnet im Allgemeinen jede dem Judentum fremde Gottheit, insbesondere auch jede heidenchristliche Gottheit. Denn bezüglich des jüdischen ein-einen Gottes JHWH gilt, „alle Götter der Völker sind nichts“. Im engeren Sinn bezeichnet der Begriff das kultisch verehrte Bildnis einer solchen Gottheit. Diese Doppelbedeutung haben auch die weitgehend synonym gebrauchten Begriffe Idol und Götze.

Amulett

Amulett

Ein Amulett ist ein tragbarer Gegenstand, dem magische Kräfte zugeschrieben werden, mit denen er Glück bringen und vor Schaden schützen soll. In seiner glückbringenden Eigenschaft und meist größerer Ausführung wird es auch als Talisman bezeichnet. Das Amulett hat mit seiner magischen Wirkung Parallelen zur Votivgabe. Während die Votivgabe typischerweise an einem geeignet erscheinenden Ort hinterlegt wird, dient das Amulett dazu, am Körper oder in einer Tasche mitgeführt zu werden. Abgesehen von seinem zugedachten magischen Aspekt kann das Amulett auch sichtbar als Schmuckstück oder als Zeichen der Zugehörigkeit zu einer meist religiösen Gemeinschaft getragen werden.

Beschwörung

Beschwörung

Unter einer Beschwörung versteht man sowohl eine flehentlich oder auch vehement vorgetragene Bitte an einen Mitmenschen oder an ein höheres Wesen als auch die Herbeirufung und Dienstbarmachung von übernatürlichen Wesen. Zumeist wird die Beschwörung durch Erinnern an ein Versprechen oder einen Eid ausgeführt. Unter anderem in Grimoires sind Beschwörungsformeln schriftlich festgehalten.

Heilkunde

Heilkunde

Der Begriff Heilkunde bezeichnet die Gesamtheit der menschlichen Kenntnisse und Fähigkeiten über die Entstehung, Heilung und Verhinderung (Prävention) von Krankheiten. Er wird als Synonym für Medizin im Allgemeinen, aber auch innerhalb der Alternativmedizin, der Volksheilkunde und jeder Form der Psychotherapie verwendet.

Poro (Geheimbund)

Poro (Geheimbund)

Der Ausdruck Poro, bezeichnet einen in Sierra Leone und Liberia verbreiteten Geheimbund. Westafrikas indigene Bevölkerung benutzt diese „Secret societies“, zu denen auch die „Neegee Society“ und die „Leopard Society“ gehören, um traditionelles Wissen und die sozialen Strukturen der Gesellschaft zu bewahren.

Wilton G. S. Sankawulo

Wilton G. S. Sankawulo

Wilton G. S. Sankawulo, war von 1995 bis 1996 Präsident Liberias und Schriftsteller.

Bibel

Bibel

Als Bibel oder (Die) Heilige Schrift bezeichnet man die wichtigste religiöse Textsammlung im Judentum wie auch im Christentum. Sie gilt Gläubigen als göttlich inspiriert, mindestens aber als orientierender Maßstab und wird darum im religiösen wie im kulturellen Leben immer wieder angeeignet. Die jüdische und die christliche Bibel haben sich im Lauf ihrer Entwicklung gegenseitig beeinflusst; sie sind parallel zueinander, teilweise in Abgrenzung voneinander entstanden.

Lyrik

Lyrik

Als Lyrik bezeichnet man die Dichtung in Versform, welche die dritte literarische Gattung neben der Epik und der Dramatik darstellt. Lyrische Texte werden Gedichte genannt.

Helene Cooper

Helene Cooper

Helene Cooper ist eine in den USA lebende Journalistin und Buchautorin.

Patricia Jabbeh Wesley

Patricia Jabbeh Wesley

Patricia Jabbeh Wesley ist eine liberianische Dichterin und Professorin für Kreatives Schreiben und Afrikanische Literatur. Seit 1991 lebt sie in den Vereinigten Staaten. In ihren Gedichten greift sie häufig die Themen «Frauen im Krieg» und «Leben im Exil» auf, insbesondere in Bezug auf den Bürgerkrieg in Liberia und die Afrikanische Diaspora.

Graham Greene

Graham Greene

Henry Graham Greene war ein britischer Schriftsteller. Er begann als Journalist und arbeitete dann als Romancier, Dramatiker und Drehbuchautor. Viele seiner Romane, Erzählungen und Theaterstücke wurden verfilmt. Ferner schrieb er Reiseliteratur, Essays und Kinderbücher.

Quelle: "Liberia", Wikipedia, Wikimedia Foundation, (2022, November 26th), https://de.wikipedia.org/wiki/Liberia.

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Literatur
  • Stefan von Gnielinski: Liberia in maps. Hrsg.: University of London. London University Press, 1976, ISBN 0-340-15804-2, S. 111.
  • Werner Korte: Liberia. A bibliography (1988–1998) with special references to the civil war. In: Institut für Afrikanistik (Hrsg.): University of Leipzig papers on Africa. Politics and economics series. Band 23. Institut für Afrikanistik, Leipzig 1999, ISBN 3-932632-33-8 (englisch: Liberia.).
  • Werner Korte: Prozesse des Staatszerfalls in Liberia. In: WeltTrends. Zeitschrift für internationale Politik und vergleichende Studien. Band 14, 1997, ISSN 0944-8101, S. 55–80 (opus.kobv.de – Volltext).
  • Ruedi Kuster: Afrika – Liberia: ein Land zwischen Bangen und Hoffen. Portmann, Erlenbach 2006, ISBN 3-9523107-4-3.
  • Patricia Levy, Michael Spilling: Liberia. In: Cultures of the World. Marshall Cavendish Benchmark, New York 2010, ISBN 978-0-7614-3414-6.
  • J.W. Lugenbeel: The republic of Liberia: its geography, climate, soil and productions, with a history of its early settlements. G.S. Stockwell, New York 1868 (books.google.de).
  • Mary H. Moran: Liberia: The Violence of Democracy. University of Pennsylvania Press, Philadelphia 2008, ISBN 9780812220285.
  • Gerold Schmidt: The New Constitutional Developments in the Republic of Liberia. In: Hamburger Ges. f. Völkerrecht u. Auswärtige Politik (Hrsg.): Verfassung und Recht in Übersee. Heft 3. Hamburg 1981, S. 243–268.
  • Gerold Schmidt: Das Staatskirchenrecht der neuen Verfassung der Republik Liberia. In: Jahrbuch des öffentlichen Rechts der Gegenwart. Band 35 (Neue Folge). Tübingen 1986, S. 643–683 (Textanhang: Constitution of the Republic of Liberia. (1983), S. 663–683).
  • Gerold Schmidt: Tropenschicksale – Deutsche in Liberia/Westafrika auf dem Friedhof von Monrovia. In: Zeitschrift für Kultur-Austausch. 33. Jg., Heft 2, 1983, ISSN 0044-2976, S. 240–247.
  • Willi Schulze: Liberia: länderkundliche Dominanten und regionale Strukturen. In: Wissenschaftliche Länderkunden. Band 7. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1973, ISBN 3-534-05821-6.
  • Roland R. Wahl: Geologic, geophysical and mineral localities map of Liberia. Hrsg.: US Dep. of Geological Survey. Washington 2007, ISBN 978-1-4113-1985-1 (2 DVD-ROM).
Weblinks
Commons: Liberia – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Liberia – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Wikimedia-Atlas: Liberia – geographische und historische Karten
Wikivoyage: Liberia – Reiseführer
Anmerkungen
  1. Vegetationszonen: Eine kartographische Darstellung der Vegetationszonen entlang des Mano River wurde 1979 publiziert und ist auch als Digitalisat verfügbar: A Reconnaissance Agricultural Land Evaluation of the Mano River Union Project Area in Liberia.
  2. Ur- und Frühgeschichte: Eine Erforschung der Ur- und Frühgeschichte Liberias wurde durch die Bildungselite des Landes als bedrohlich aufgefasst, denn die Ergebnisse hätten ihren Machtanspruch unterminieren können. Auf Druck der USA wurde Liberia in den 1970er Jahren von einem Team aus renommierten US-Wissenschaftlern: Archäologen, Anthropologen, Ethnologogen und Linguisten der Universität Boston, systematisch bereist, es stand unter Leitung des Afrika-Experten W. Creithon Gabel.
  3. Städte: Eine bereits von der Tubman-Regierung erlassenene Verwaltungsvorschrift definiert jede Siedlung mit mehr als 1.000 Einwohnern als Stadt, unabhängig von der vorhandenen Infrastruktur.
  4. Nebenfrauen: „Die in vielen afrikanischen Kulturen bestehende Polygamie wurde massiv von den christlichen Kirchen Liberias bekämpft, jedoch auch durch das von der ameriko-liberianischen Oberschicht etablierte Patronagewesen schamlos unterwandert. Dies geschah meist mit Billigung der jeweiligen Familien, die ihre Töchter zur Ausbildung oder beliebigen Vorwänden als »outside wives« in den Haushalt überstellten. Die aus solchen außerehelichen Beziehungen hervorgegangenen Nachkommen waren jedoch in der liberianischen Gesellschaft anerkannt und wurden nicht, wie in europäischen Gesellschaften, wegen Unehelichkeit diskriminiert.“
  5. Ausländische Initiativen: Internationale Organisationen und private Vereine unterstützten mit eigenen Projekten – hier sei auf das 1999 von den „Friends of Liberia“ gestartete „Liberian Education Assistance Project“ (LEAP) verwiesen: in drei Jahrgangskursen wurden von Mentoren 147 Jugendliche und Erwachsene als Volksschullehrer ausgebildet, die seit 2002 auf 42 Schulen im ganzen Land verteilt wurden.
  6. Gefälschte Diplome: „Eine US-amerikanische Untersuchungsbehörde kam 2003 im Auftrag des Boston College, „Center for International Higher Education“ einem florierenden Handel mit gefälschten Universitätsdiplomen aus Liberia auf die Spur. Exil-Liberianer und US-Bürger hatten in Tateinheit mir korrupten liberianischen Offiziellen drei fiktive Universitäten erschaffen, um Diplome und Doktor-Titel gegen Zahlung einer „Verwaltungsgebühr“ auszustellen. Die an der „St.-Regis-Universität“, „James Monroe-Universität“ und „Robertstown Universität“ erworbenen Diplome sind demzufolge wertlose Fälschungen.“
  7. Fischfang: „Bereits seit 1956 besteht ein Gesetz, das den Fischfang und die wirtschaftliche Nutzung der liberianischen Hoheitsgewässer regelt. Die Zone der Hoheitsgewässer wurde auf 200 Meilen ausgeweitet, um den Bedürfnissen der nationalen Küstenfischerei zu entsprechen. Innerhalb der Hoheitsgewässer dürfen nur Fischerei-Unternehmen agieren, die eine staatliche Lizenz erhalten haben. Im Binnenland setzt das Fischen und Angeln ebenfalls den Besitz einer Lizenz voraus.“
  8. Fischereiflotte: „Die liberianische Fischereiflotte besteht nach einem FAO-Bericht (siehe Haakonsen (1992), S. 85) zum Großteil aus ehemals griechischen Fischtrawlern, die aus dem (überfischten) Mittelmeer an die fischreiche westafrikanische Küste verlegt wurden und deren Besatzung zum größten Teil aus Ghanaern besteht. Die Entsendung der Trawler wurde im Rahmen eines Joint Venture legitimiert. Im Gegenzug liefert Liberia einen vertraglich vereinbarten Anteil am Fangaufkommen an die beteiligten griechischen Fischereiunternehmen.“
  9. Zweitwährung: „Im Land wird auch der US-Dollar als Zahlungsmittel anerkannt, welcher bei allen höheren Summen aufgrund der sonst zu vielen Scheine benutzt wird.“
  10. Funknavigation: Bis 1997 befand sich in Liberia eine wichtige Anlage zur globalen Funknavigation, deren heute noch vorhandener Sendemast das höchste Bauwerk in Afrika bildet.
  11. Telefonbuden: „Es handelt sich dabei meist nicht um einen Münzfernsprecher, sondern um ein normales Mobil-Telefon, für dessen Benutzung ein Entgelt nach Dauer fällig wird. Bis auf wenige Straßen in der Hauptstadt gibt es im ganzen Land keine Telefonleitungen mehr, da wegen des Kupfers diese von meist Kindersoldaten rausgerissen und verkauft wurden.“
  12. Notstromversorgung: „Seit dem Bürgerkrieg basiert die Energieerzeugung auf einer Vielzahl von Kleinkraftwerken (zum Beispiel aus abgewrackten Schiffen ausgebaute Generatoren) und einigen Wärmekraftwerken.“
  13. Deponieproblem: Besonders prekär ist die Situation bei Industrieabfällen. Die Mehrzahl der übervölkerten Vorstädte gleichen inzwischen einer Mülldeponie mit großen Mengen an Plastikresten (Trinkwasserflaschen).
  14. Medizinische Infrastruktur: Zum Wiederaufbau der technischen Infrastruktur gehören auch medizinische Laboratorien, Kühlhäuser, Testlabors und Schulungsprogramme für Pflegekräfte insbesondere im Phebe-Hospital in Gbarnga.
  15. Entsendeabkommen: Die Entsendung erfolgte auf ausdrücklichen Wunsch des liberianischen Präsidenten William S. Tubman an den US-Präsidenten Harry S. Truman (Point–Four–Program).
  16. Musterfarm: In gleicher Weise wurde Francis E. Griffin entsandt, um eine Musterfarm und verschiedene Anlagen aufzubauen.
  17. Tischmanieren: Die afrikanische Tischsitte die Speisen als Fingerfood einzunehmen war bei der Oberschicht verpönt und wird in Gesellschaft von Ausländern auch vermieden.
Einzelnachweise
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Koordinaten: 7° N, 10° W

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